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Kollektive Haftung im Wirtschaftsstrafrecht

Ein kompetitiver und evaluativer Vergleich der Sanktionssysteme Deutschlands, Großbritanniens und Italiens – Unter besonderer Berücksichtigung von Dogmatik, Gerechtigkeit und Zweckmäßigkeit

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Johann Amos Münch

Gegenstand dieses Buches ist ein Rechtsvergleich der wirtschaftsstrafrechtlichen Sanktionssysteme Deutschlands, Großbritanniens und Italiens. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse werden in die aktuelle Diskussion zur Einführung eines «echten» Unternehmensstrafrechts in Deutschland eingebracht. Zu diesem Zweck werden auch die Vor- und Nachteile der deutschen, britischen und italienischen Sanktionssysteme umfassend herausgearbeitet. Der Autor beleuchtet darüber hinaus die Möglichkeiten einer Übertragung der fortschrittlicheren Elemente der britischen und italienischen Sanktionssysteme auf das deutsche Modell.

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A. Einleitung

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1 A. Einleitung Zur Einführung in die vorliegende Untersuchung werden zunächst Gegenstand, Zweck, Struktur sowie Methodik der Arbeit vorgestellt. Anschließend werden zum Verständnis der daran anknüpfenden rechtsvergleichenden Ausführungen und Erkenntnisse die Grundstrukturen der deutschen, britischen und italieni- schen Sanktionssysteme im Wirtschaftsstrafrecht dargestellt. I. Thematisches Umfeld und Bedeutung einer strafrechtlichen Unternehmensverantwortlichkeit Seit Jahren wird rege darüber diskutiert, ob in Deutschland de lege lata eine „strafrechtliche Unternehmenshaftung“ in ausreichendem Maße möglich ist, oder ob die derzeitige Rechtslage reformbedürftig ist, um Kollektive (de lege ferenda) besser strafrechtlich verfolgen zu können.1 Die Finanzkrise hat dieser Diskussion noch zusätzlichen Schwung verliehen.2 In der aktuellen Debatte3 über die Einführung eines Unternehmensstrafrechts4 sind es vor allem Unzu- länglichkeiten der individuellen Zurechnung kollektiven Handelns im Bereich der Unternehmensstrafbarkeit, die zu einer Suche nach neuen Systemen der Verbandshaftung geführt haben.5 Denn gerade die Komplexität der Vorausset- zungen macht es schwierig, das zu leisten, was einer strafrechtlichen Verurtei- lung Akzeptanz verschafft und wozu wir Modelle kollektiver Verantwortung brauchen:6 Die eindeutige Heraushebung des für die Tat Verantwortlichen.7 1 Vgl. etwa: Trüg, Wistra 2010, S. 241 ff.; Kutschaty, ZRP 2013, S. 74 ff.; Merz, Wirtschafts- und Steuerstrafrechtskommentar, § 14 StGB Rn. 64; Roxin AT I, § 8 Rn. 59 ff.; Otto, Jura 1998, S. 415 ff. 2 Dierlamm, FS Feigen, 2014, 25 (25 f.). 3 Vgl. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/unternehmensstrafrecht- ein-hilfssheriff-in-jedem-betrieb-12661449.html; Kutschaty, ZRP 2013, S. 74 ff.; a.A. Leipold, ZRP 2013, S. 34 ff.; Rübenstahl/Tsambikakis, ZWH...

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