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Denken des Empraktischen

Edited By Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.

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I Philosophieren über das Empraktische

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Karl Bühler Das Empraktische1 (…) Auch der in Kooperation mit seinesgleichen praktisch tätige, schaffende Mensch bleibt oft stumm, solange jeder das Tun des anderen vollständig versteht und sich sachgerecht benimmt� Dann aber kommt eine Konstellation, für welche unsere formelhafte Beschreibung zutrifft, und der Mund eines Partners öffnet sich� Es ist manchmal nur ein Wort nötig, ein beliebiges Sprachzeichen wie ‚rechts‘, ‚geradeaus‘ oder ‚dies‘ oder ‚Parkett sechste bis neunte Reihe‘ und die Zusatzsteuerung, welche das Benehmen des Empfängers benötigt, ist erreicht� Das sind menschliche Reden, die wir später als empraktisch eingebaut beschreiben werden� Im Bilde gespro- chen ist es so mit ihrem Auftreten wie mit den ordentlich gesetzten Wegweisern auf menschlichen Pfaden; solange es nur einen eindeutig erkennbaren Weg gibt, braucht man keine Wegzeichen� Aber an den Kreuzstellen, wo die Situation vieldeutig wird, sind sie sehr willkom- men� Hier werden wir im zweiten Kapitel mit der Analyse der Zeigwörter einsetzen; die soziale Konstellation, aus welcher sie entspringen, ist überall schon im Tierreich produktiv, aber Wörter gleich den menschlichen produzieren die Tiere noch nicht� Sie produzieren noch nicht einmal Analoges zu der Arm- und Fingergeste, mit welchen wir unsere Zeigwörter begleiten� (…) Denn jedes konkrete Sprechen steht im Lebensverbande mit dem übrigen sinn- vollen Verhalten eines Menschen; es s t e ht unter Handlungen und i s t s e l b s t eine Handlung� In gegebener Situation sehen wir, daß ein Mensch das eine Mal mit den Händen zugreift und...

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