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Beobachtungen zum heutigen Konservatismus in Deutschland

Eine Untersuchung nach Edmund Burke

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Christoph Klunker

Dieses Buch kommt dem Konservativen auf die Spur. Mit Darstellungen aus Politik und Forschung wird zunächst das widersprüchliche Konservatismusverständnis aufgezeigt. Während der Konservatismus nicht selten als rückwärtsgewandt oder gar reaktionär bewertet wird, sehen seine Vertreter sich selbst als notwendiges Korrektiv am Progressiven und Liberalen. Der irische Politiker und Stammvater des Konservatismus, Edmund Burke, offenbart sich als der ideale Bezugspunkt für eine Untersuchung dieser umstrittenen Thematik. Seine Werke überraschen mit der Aktualität seiner Aussagen. Der Autor rückt die politische Kultur und den gesellschaftlichen Diskurs in ein neues Licht. Es wird deutlich, wo die Schwachpunkte heutiger Politikdiskurse liegen – nicht nur in Deutschland.

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2. Edmund Burke: Politik als praktische Wissenschaft

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2.1 Eine philosophisch-politische Annäherung an den Ursprung Edmund Burke verdankt seinen Titel als „unbestrittener Theoretiker“585 des Konservatismus586 wohl vornehmlich der Aufmerksamkeit, die seine im November 1790 erschienenen Betrachtungen über die Französische Revo- lution587 – ein in Briefform gehaltenes und an einen Freund in Frankreich gerichtetes Werk – in kürzester Zeit fanden und bis heute finden. Obwohl das Wort „konservativ“ zu Burkes Zeiten noch nicht existiert, verfasste er mit seiner Abhandlung aus der Sicht von Ulrich Frank-Planitz u.a. von 1967 bis 1973 Chefredakteur der Wochenzeitung Christ und Welt, nichts geringe- res als „die Grundschrift des modernen Konservatismus“ und lieferte damit den Unterbau zur „konservative[n] Theorie […], als deren Ahnherr er gilt.“588 Wie eingangs bereits erwähnt gehöre er neben John Locke und Thomas Hobbes zum „Dreigestirn der englischen Staatsphilosophie.“589 Für Cecil Hugh, der für die Conservative Party insgesamt 27 Jahre den Wahlkreis Oxford University im britischen Unterhaus vertrat, gab er „der konserva- tiven Bewegung die Würde eines weltanschaulichen Bekenntnisses und die Inbrunst eines religiösen Kreuzzuges.“590 Eine solche Zuschreibung ist nicht 585 Barth (1958), S. 24; Für Klemens von Klemperer ist Burke „von allen kon- servativen Denkern am wenigsten Theoretiker […], befasste er sich in erster Linie mit praktischen […] Fragen.“ Klemperer (1957), S. 24. 586 Nach Kurt Lenk „fungiert Burke als Berufungsinstanz in der Regel dort, wo von Balance-Vorstellungen, einem Äquilibrium im politischen Leben der Men- schen gesprochen wird.“ Lenk (1989), S. 271. 587 Im Original: „Reflections on the Revolution in France...

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