Show Less

«Grauer Kapitalmarkt»

Anlegerschutz durch Strafrecht?

Sigmund P. Martin, Nina Scherer, Diana Hube and Guntram Scheer

Dieser Band enthält den Abschlussbericht eines bei der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung am Fachbereich Kriminalpolizei beim Bundeskriminalamt durchgeführten Forschungsprojekts. Er behandelt die Fragestellung, inwieweit der strafrechtliche Anlegerschutz rund 25 Jahre nach der Einführung der speziellen Strafvorschrift des § 264a StGB, mit dem gerade Betrügereien auf dem «Grauen Kapitalmarkt» erfasst werden sollten, in diesem Marktsegment funktioniert. Ebenso untersucht der Band, ob neben öffentlich rechtlichen Regulierungen das Strafrecht – oder möglicherweise auch das Zivilrecht – einen Beitrag zu einem verbesserten Anlegerschutz leisten könnte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Teil: Gesamtergebnis

Extract

109 § 11 Fazit Im Fazit werden die im Rahmen der Studie gewonnenen Kernpunkte und Ergebnisse zusammenfassend präsentiert. Dies kann vor allem für die ju- ristische Praxis einen Zugewinn im Bereich des Opferschutzes bringen, da sie den aktuellen Forschungsstand nicht nur quantitativ bestätigen, sondern auch detailliert auf die qualitativ relevanten Aspekte Bezug nehmen. Zu- sammenfassend lässt sich auf Basis der Analyseergebnisse der qualitativen Experten-Befragung der Staatsanwälte und der Anlegeranwälte auf die nachfolgenden Ergebnisse verweisen: • Die Mehrheit der befragten Staatsanwälte hält den Anlegerschutz in- nerhalb der begrenzten Möglichkeiten des Strafrechts für gewährleistet, bezieht sich hierbei aber nicht auf den § 264a StGB. • Demgegenüber werfen die befragten Opferanwälte den Staatsanwalt- schaften ein häufig geringes Interesse an der Verfahrenseinleitung und -durchführung vor und beobachten ein deutlich höheres und ihrer Mei- nung nach auch die gerichtliche Urteilsfindung beeinflussendes Maß an Stigmatisierungsprozessen gegenüber den Opfern. • § 264a StGB wird zwar meist als grundsätzlich sinnvoll, aber wenig praxisrelevant betrachtet und kommt kaum zur Anwendung. („Nice to have“) • Die Problematiken des Tatbestands- und Kausalnachweises tragen hierzu deutlich bei, dürften aber nicht die alleinigen Gründe für die geringe Pra- xisbedeutung des § 264a StGB sein. (vgl. Konkurrenz zum § 263 StGB, Verfahrens-ökonomische Gründe) • Eine etwaigen Erhöhung des Strafmaßes (z.B. „Kapitalanlagebetrug in besonders schwerem Fall“) wird eher abschlägig beurteilt, dies aller- dings vorrangig unter Bezugnahme auf die überwiegende Anwendung des § 263 StGB. • Deutlicher Optimierungsbedarf wird in der Ressourcenausstattung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.