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Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien

Zeitungsstrukturen und politische Schwerpunktsetzungen

Johann Böhm

Der Autor stellt den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zwischenkriegs- und Kriegszeit dar. Er nennt repräsentative Journalisten der erwähnten deutschen Volksgruppen, die es mit ihren Berichten und Kommentaren meisterhaft verstanden, den Kampf um die Macht, die Machtergreifung sowie Ausbau und Sicherung der Macht der NS-Erneuerungsbewegung salonfähig zu machen. Der Autor legt die historischen Sachverhalte und Ereignisse, die bestimmenden Personen und die wichtigsten Einrichtungen im Pressewesen während der Hitler-Diktatur nach Möglichkeit zeitungskundlich fest. Es wäre tief bedauerlich und unverantwortlich, wenn die Sorgen dieser deutschen Volksgruppen nach 1945 die Erfahrungen mit der gleichgeschalteten Presse allzu schnell vergessen ließen.

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IV. Pressewesen der deutschen Volksgruppe im ehemaligen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen von 1922 bis 1944

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225 IV. Pressewesen der deutschen Volksgruppe im ehemaligen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen von 1922 bis 1944 Einleitung Die Reglementierung der deutschen Presse im ehemaligen Jugoslawien hatte ihre Wurzeln in den allgemeinen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg. Als am 5. Oktober 1918 das Waffenstillstandsangebot des amerikanischen Präsidenten Wilson erging, das im Punkt 10 der berühmten „Vierzehn Punk- te“ die Freiheit zu autonomer Entwicklung der Völker Österreich-Ungarns vorsah, kamen die im Entstehen begriffenen Nationalstaaten der Unab- hängigkeit ein Stück näher. Bereits am 20. September 1918 besetzten die Serben die Banater Hauptstadt Temeswar, in der 20.188 Deutsche wohnten, sowie das ganze Banat, auf das auch Rumänien Anspruch erhoben hatte. Da den Donauschwaben eine südslawisch-rumänische militärische Ausein- andersetzung drohte, war ihr Schicksal ungewiss. Die Vertreter der Banater Schwaben wollten dem serbisch-rumänischen Konflikt nicht tatenlos zuse- hen, was den „Schwäbischen Nationalrat“ bewog, sich am 3. November 1918 in Temeswar für den Verbleib bei Ungarn zu entscheiden. Ein Kom- promissvorschlag eines Expertenkomitees wurde am 21. Juni 1919 vom Obersten Rat des Versailler Friedensdiktats angenommen, der eine Teilung des Banates zwischen Rumänien und Jugoslawien festlegte.1 So wurden große Gebiete der Donaumonarchie sowie das Königreich der Kroaten und Slawonien, die Länder Krain, Bosnien und Herzegowina, fast ganz Dalmatien und die deutschen Siedlungsräume Südungarns, die donauschwäbischen Gebiete im westlichen Banat, die südliche Batschka, die Baranja, Syrmien und von Österreich die Untersteiermark, Südkärnten,...

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