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Ethik in Freiheit

Zur Grundlegung politischen Denkens bei Karl Jaspers

Paul R. Tarmann

Der Autor zeigt auf, dass die Idee der Freiheit für Karl Jaspers die Grundlage seines politischen Denkens und seiner politischen Ethik darstellt. Jaspers beschreibt, dass der Mensch aus Freiheit und Verantwortung heraus handeln soll, wobei die Motivatoren dafür Vernunft und Liebe seien. So kann der unbedingten Forderung entsprochen werden. Auch in der Politik soll diese Maxime umgesetzt werden. Dementsprechend ist Ethik in Freiheit die Grundlegung von Jaspers’ politischem Denken.
«Der Autor hat uns mit diesem Buch Karl Jaspers und seine Idee der Freiheit neu nahe gebracht. Möge es viele Früchte der Freiheit tragen und verbreiten!»
O. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Manfried Welan (Universität für Bodenkultur Wien)
«Der Aufgabe, eine politische Ethik bei Jaspers zu rekonstruieren, hat sich Paul R. Tarmann in vorbildlicher Weise unterzogen.»
O. Univ.-Prof. Dr. Norbert Leser † (Universität Wien)

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4. Freiheit in Karl Jaspers’ Denken

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71 4. Freiheit in Karl Jaspers’ Denken 4.1 Philosophie, Freiheit und Verantwortung 4.1.1 Freiheit als philosophisches Thema Einen passenden Einstieg in dieses Kapitel bietet Yusuf Örnek, der meint, Jaspers’ Denken sei Philosophie der Freiheit181. Jaspers versteht seine Phi- losophie in der Tradition der philosophia perennis, der „immerwährenden Philosophie“. Er sagt selbst: „Ich bringe keine neue Philosophie.“182, er wolle nur durch ein unterscheidendes Kennzeichen, die Existenz, ein Ge- genwärtiges herausheben183. Für ihn ist Existenzphilosophie nur eine Gestalt der einen, uralten Philosophie184. Trotz dieses bescheidenen Anspruchs gilt Jaspers als einer der herausragenden Existenzphilosophen überhaupt, ja sogar als einer der größten Denker des 20. Jahrhunderts. Was aber ist die- ses unterscheidende Kennzeichen seines Denkens, das Jaspers nach eigenen Angaben für den Augenblick „nicht zufällig“ wählte? „Es betonte, was die eine Zeitlang fast vergessene Aufgabe der Philosophie ist: die Wirklichkeit im Ursprung zu erblicken und sie durch die Weise, wie ich denkend mit mir selbst umgehe, – im inneren Handeln – zu ergreifen. Das Philosophieren wollte aus dem Wissen von Etwas, aus den Sprechweisen, aus den Konventionen und dem Spiel der Rollen – aus allen Vordergründen zurückfinden zur Wirklich- keit. Existenz ist eines der Worte für Wirklichkeit mit dem Akzent durch Kierke- gaard: alles wesentlich Wirkliche ist für mich nur dadurch, dass ich ich selbst bin. Wir sind nicht bloß da, sondern unser Dasein ist uns anvertraut als Stätte und als Leib der Verwirklichung unseres Ursprungs.“185 181 Vgl.: Örnek: Karl Jaspers. Philosophie der...

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