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Reflexivität im tschechisch-deutschen Sprachvergleich

Möglichkeiten und Grenzen einer Prognose

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Roland Wagner

Das Buch stellt einen Versuch dar, die Reflexivität von deutschen Verben ausgehend von den Übersetzungsäquivalenten im Tschechischen zu prognostizieren. Aufgrund der Äquivalenzbeziehung zwischen nicht-reflexiven Verben im Tschechischen und Deutschen und verschiedenen grammatischen Parametern erstellt der Autor Prognosen zur Reflexivität der deutschen Äquivalente zu den reflexiven tschechischen Verben. Dies geschieht ohne Rückgriff auf lexikographische Information. Dabei kristallisieren sich sowohl sprachübergreifend übereinstimmende sowie problematische Bereiche der Reflexivität heraus. Gewissermaßen nebenbei prüft der Autor verschiedene linguistische Theorien auf ihre prognostische Kraft hinsichtlich der Reflexivität.

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7. Lässt sich Reflexivität prognostizieren? Eine vorläufige Bilanz

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Vor einigen Jahren hat der Romanist Jörn Albrecht – zumindest was die „Pseudo- reflexivität“ ohne rückbezügliche Bedeutung betrifft – eine recht pessimistische Einschätzung der Möglichkeiten der kontrastiven Sprachwissenschaft gegeben. Für das Sprachenpaar Französisch – Deutsch schreibt er: Angesichts der starken Beschränkungen innerhalb der sprachlichen Norm […] und […] der m. E. noch unzureichend geklärten Entlehnungsvorgänge […] scheint es frag- lich, ob eine systematische Beschreibung dieses gesamten Komplexes [der Pseudorefle- xivität] überhaupt möglich ist. (Albrecht 1997, 466) Ist Reflexivität also eine Sache des Zufalls? Dagegen spricht, dass es (zumindest nach meinen Erfahrungen im DaF- Unterricht) einen großen Bereich der Reflexi- vität gibt, in dem selbst Fremdsprachenlerner kein Problem haben, die richtigen reflexiven Konstruktionen zu bilden. Dies wäre erstaunlich, wenn es sich bei der Reflexivität (wie etwa beim Genus der Substantive) um eine arbiträre lexikalische Erscheinung handeln würde. Mir scheint, dass die Einschätzung der Möglichkeiten, Reflexivität im Sprach- vergleich zu prognostizieren, etwas positiver als bei Albrecht ausfallen könnte, wenn man die Ansprüche an die Prognosen zurückschraubt. Ein Minimum, was die Linguistik leisten kann, ist auf jeden Fall, diejenigen Fälle, für die sich relativ zuverlässige Prognosen für eine Zielsprache treffen lassen, von denjenigen Fällen zu unterscheiden, bei denen solche Prognosen nicht oder nur eingeschränkt mög- lich sind. Dabei gilt: Je genauer das Valenzpotential eines Valenzträgers bei der Reflexivierung erhalten bleibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass...

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