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Grenzenloser Kinderwunsch

Leihmutterschaft im nationalen, europäischen und globalen rechtlichen Spannungsfeld

Nadine Lederer

Leihmütter werden heute zunehmend von Paaren aus aller Welt in Anspruch genommen. Die Autorin geht den aktuellen Fragen, die dieser Trend aufwirft, insbesondere mit Blick auf das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht nach. Die Abstammung des Kindes, seine Staatsangehörigkeit, die Möglichkeit einer Adoption sowie das Kindeswohl stehen dabei im Fokus. Nicht zuletzt bleibt fraglich, ob die ausländischen Entscheidungen, nach denen die Wunscheltern die rechtlichen Eltern sind, anzuerkennen sind und wie mit den Geburtsurkunden zu verfahren ist. Bislang fehlen dafür interessengerechte Regelungen. Die Autorin ermittelt den auf internationaler Ebene bestehenden Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für eine zukünftige Handhabung von grenzüberschreitenden Leihmutterschaftsfällen.

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§ 2 Das Phänomen der Leihmutterschaft

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23 § 2 Das Phänomen der Leihmutterschaft Das Phänomen der Leihmutterschaft existiert bereits seit geraumer Zeit; es handelt sich um keine neuartige Erscheinung.11 Sie dürfte den meisten daher ein gängi- ger Begriff sein. Insbesondere die Medien haben seit jeher nicht unerheblich dazu beigetragen, dass die Leihmutterschaft eine hohe Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit erfahren hat und auch heute – vor allem über das Internet als Platt- form – noch regelmäßig erfährt.12 Doch was genau verbirgt sich eigentlich dahinter? Um das Phänomen der Leihmutterschaft und die mit ihr verbundenen rechtlichen Fragen nach der Elternschaft besser verstehen zu können, bedarf es im Folgenden zunächst einiger Begriffsbestimmungen und Grundlegungen. A. Begriffsbestimmungen I. Leihmutter Leihmutterschaft, Ersatzmutterschaft, Tragemutterschaft, Mietmutterschaft, Mut- terschaftshilfe, für andere/Dritte übernommene Mutterschaft, Ammenmutterschaft, Fremdmutterschaft, Surrogatmutterschaft, Bauchmutterschaft – angesichts dieser Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen dürfte die Begriffsverwirrung perfekt sein! Trotz dieser verschiedenen Terminologien und ihrer teilweise sehr uneinheit- lichen Verwendung sind sämtliche Bezeichnungen mehr oder weniger gleichbedeu- tend – abgesehen von einigen begrifflichen Feinheiten, die im Wesentlichen von der genetischen Abstammung des Kindes und vom Inhalt der zwischen den Betei- ligten getroffenen Vereinbarung abhängen,13 worauf im Folgenden noch genauer 11 Revermann/Hüsing, Fortpflanzungsmedizin, 170; Nitschmann/Petersdorf, FS Jung, 669. 12 Dietrich, Mutterschaft für Dritte, 12 Fn. 2. Bei Markens, Surrogate motherhood and the politics of reproduction, 21, findet sich eine graphische Übersicht über die Medi- enpräsenz der Leihmutterschaft in bekannten US-amerikanischen Zeitungen. Auch in deutschen Zeitungen finden sich regelmäßig Artikel und Berichte...

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