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Grenzenloser Kinderwunsch

Leihmutterschaft im nationalen, europäischen und globalen rechtlichen Spannungsfeld

Nadine Lederer

Leihmütter werden heute zunehmend von Paaren aus aller Welt in Anspruch genommen. Die Autorin geht den aktuellen Fragen, die dieser Trend aufwirft, insbesondere mit Blick auf das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht nach. Die Abstammung des Kindes, seine Staatsangehörigkeit, die Möglichkeit einer Adoption sowie das Kindeswohl stehen dabei im Fokus. Nicht zuletzt bleibt fraglich, ob die ausländischen Entscheidungen, nach denen die Wunscheltern die rechtlichen Eltern sind, anzuerkennen sind und wie mit den Geburtsurkunden zu verfahren ist. Bislang fehlen dafür interessengerechte Regelungen. Die Autorin ermittelt den auf internationaler Ebene bestehenden Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für eine zukünftige Handhabung von grenzüberschreitenden Leihmutterschaftsfällen.

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§ 4 Internationalverfahrens- und kollisionsrechtliche Probleme im Zusammenhang mit dem familienrechtlichen Status des Kindes

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123 § 4 Internationalverfahrens- und kollisionsrechtliche Probleme im Zusammenhang mit dem familienrechtlichen Status des Kindes „Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr.“ So lautet eine allseits bekannte deutsche Redewendung. Ob ersteres tatsächlich der Wahrheit entspricht, erscheint zumindest in Leihmutterschaftsfällen zweifelhaft. Wie die Länderberichte deutlich gezeigt haben, stellt das größte Problem in grenz- überschreitenden Leihmutterschaftsfällen die Bestimmung der Abstammung des Kindes dar. Abstammung meint gemeinhin die Zuordnung eines Kindes zu einer bestimmten Frau als Mutter und zu einem bestimmten Mann als Vater.532 Wer sind die rechtlichen Eltern des Leihmutterschaftskindes? Diese Frage stellt sich regelmäßig unmittelbar nach der Geburt des Kindes. Von ihrer Beantwortung hängt die Beurteilung einer ganzen Reihe weiterer rechtlicher Fragestellungen ab: So spielt die Abstammungsfrage im Personenstandsrecht eine große Rolle, wenn es zu klären gilt, ob ein Kind als Abkömmling bestimmter Eltern in das Personen- standsregister eingetragen werden kann und wer in der Geburtsurkunde einzu- tragen ist.533 Relevant wird die Abstammung zudem im Zusammenhang mit dem Erwerb der Staatsangehörigkeit und bei der Beurteilung der Möglichkeit einer Ad- option.534 Sowohl im Rahmen der Passausstellung gem. §§ 1 Abs. 4 Satz 1, 6 Abs. 1 Satz 1 PassG als auch bei der Nachbeurkundung im deutschen Personenstandsre- gister gem. § 36 PStG ist Voraussetzung jeweils die deutsche Staatsangehörigkeit des Kindes. Letztere erwirbt das Kind durch Abstammung gem. §§ 3 Abs. 1 Nr. 1, 4 Abs. 1 Satz 1 StAG, wenn mindestens ein Elternteil Deutscher ist. Wie die einzelnen Länderberichte gezeigt...

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