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Grenzenloser Kinderwunsch

Leihmutterschaft im nationalen, europäischen und globalen rechtlichen Spannungsfeld

Nadine Lederer

Leihmütter werden heute zunehmend von Paaren aus aller Welt in Anspruch genommen. Die Autorin geht den aktuellen Fragen, die dieser Trend aufwirft, insbesondere mit Blick auf das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht nach. Die Abstammung des Kindes, seine Staatsangehörigkeit, die Möglichkeit einer Adoption sowie das Kindeswohl stehen dabei im Fokus. Nicht zuletzt bleibt fraglich, ob die ausländischen Entscheidungen, nach denen die Wunscheltern die rechtlichen Eltern sind, anzuerkennen sind und wie mit den Geburtsurkunden zu verfahren ist. Bislang fehlen dafür interessengerechte Regelungen. Die Autorin ermittelt den auf internationaler Ebene bestehenden Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für eine zukünftige Handhabung von grenzüberschreitenden Leihmutterschaftsfällen.

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§ 10 Schlussbetrachtung, Thesen und Ausblick

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301 § 10 Schlussbetrachtung, Thesen und Ausblick „Zu allen Zeiten und in allen Kulturen bedeutete Kinderlosigkeit Leid und wurde als Unglück empfunden.“1351 Leihmütter aus aller Welt können heute gegen ungewollte Kinderlosigkeit prob- lemlos Abhilfe leisten. Leihmutterschaft – der Begriff mag zunächst positive As- soziationen wecken, denn eine dritte Frau hilft anderen Personen dabei, ein Kind zu bekommen. Doch sollten Personen, die auf natürliche Weise keine Kinder be- kommen können, tatsächlich um jeden Preis mit Hilfe einer Leihmutter ein Kind bekommen können/dürfen? Eine alles andere als leicht zu beantwortende Frage angesichts dessen, dass die internationale Leihmutterschaft heute den schwierigen Spagat zwischen bio- und sozialethischen Wertvorstellungen und den Grenzen des rechtlich Zulässigen zu meistern hat. Kommen wir zurück zu dem eingangs dargestellten fiktiven Fall von dem Ehe- paar Wilke, der Leihmutter Liliana, ihrem Ehemann Igor und der kleinen Sophia, an dessen Ende eine ganze Reihe von Fragen aufgeworfen wurden. Diese sollen nun abschließend beantwortet und die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit mit Hilfe von Thesen in Kernaussagen zusammengefasst werden. Welchen familienrechtlichen Status hat die kleine Sophia? Wer sind ihre rechtlichen Eltern: Florian und Marie Wilke oder die Leihmutter Liliana und ihr Ehemann Igor? Welches Recht findet insofern auf die Abstammung Anwendung? Ist die Geburtsur- kunde in Deutschland anzuerkennen? Der Eintragung von Marie und Florian Wilke in der ukrainischen Geburtsurkunde kommt keine konstitutive Wirkung zu. Eine (inzidente) Anerkennung gem. § 108 FamFG scheidet aus. Die Konsularbeamtin wird daher gem. Art. 19 Abs. 1 EGBGB...

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