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Steuerung von Corporate Social Responsibility durch Recht

Der normative Rahmen der Unternehmensverantwortung im europäischen und globalen Raum

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David Wolfmeyer

Der Appell an Unternehmen, ihrer «Verantwortung» gerecht zu werden, ist ebenso alt wie aktuell. Bereits seit einiger Zeit wird über Ausmaß und Konzeption unternehmerischer Verantwortungsübernahme unter dem Begriff «Corporate Social Responsibility» (CSR) diskutiert. CSR wurde dabei lange in einem nicht-rechtlichen, weil «freiwilligen» Bereich verortet und gerade als (globale) Alternative zur hoheitlichen Regulierung verstanden. Zuletzt haben jedoch auch staatliche und überstaatliche Stellen die Dynamik der Thematik aufgegriffen, sodass vermehrt von einer «Verrechtlichung» der CSR gesprochen wird. Diese These greift das Buch auf, indem es das vielfältige Normenmaterial der CSR-Politik identifiziert und strukturiert und damit einen Zugang zu einer rechtlichen Betrachtung der Thematik schafft.

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F. Nichtfinanzielle Offenlegungspflichten als Beispiel des regulatorischen Rahmens für CSR im Europarecht

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277 F. Nichtfinanzielle Offenlegungspflichten als Beispiel des regulatorischen Rahmens für CSR im Europarecht Unternehmerische Transparenz hat sich zum „Schlüsselbegriff“ der öffentlichen CSR-Politik entwickelt. Dazu beigetragen hat vor allem der Druck, den verschie- denste zivilgesellschaftliche Organisationen seit Ende der 1990er Jahre auf (multi- nationale) Unternehmen ausgeübt haben. Von den Unternehmen wurde (und wird) dabei die Veröffentlichung von Informationen über Produkte, Herstellungsverfahren und allgemein über Geschäftsaktivitäten eingefordert. Aufgegriffen wurde dieser Druck zunächst durch die Unternehmen selbst, die sich in immer größer werden- der Zahl darum bemühen, die nachgefragten Informationen in unterschiedlichsten Berichtsformaten bereitzustellen. Zuletzt hat jedoch auch der öffentliche Diskurs rund um die Thematik der unternehmerischen Transparenz deutlich zugenom- men, wobei der Gesetzgeber die Statuierung bestimmter „Offenlegungspflichten“ als wesentlichen Anknüpfungspunkt hoheitlicher Steuerung im Bereich der CSR identifiziert hat. Während das Feld der unternehmerischen CSR-Berichterstattung ursprünglich stark durch Formen privater (Selbst-) Regulierung geprägt war, sieht es sich heute vermehrt einem Prozess der formellen und materiellen hoheitlichen Determinierung ausgesetzt.1356 Besonders deutlich ist dieser Prozess dabei auf Ebene der EU nachzuvollziehen. Durch die Vereinheitlichung von Berichterstattungsstandards soll hier vor allem einer „Fragmentierung der rechtlichen Rahmenbedingungen“1357 entgegengewirkt werden. Eher indirekt erfolgt dabei im Wege einer Anpassung der Vorschriften des europäischen Bilanzrechts zugleich der Versuch der Steuerung der Unterneh- mensverantwortung. Dabei handelt es sich weniger um eine direkte Steuerung im Wege des Diktierens präziser Verhaltenspflichten, als vielmehr um eine indirekte Steuerung durch Schaffung von Öffentlichkeit, die dem oben beschriebenen Bereich einer...

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