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Steuerung von Corporate Social Responsibility durch Recht

Der normative Rahmen der Unternehmensverantwortung im europäischen und globalen Raum

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David Wolfmeyer

Der Appell an Unternehmen, ihrer «Verantwortung» gerecht zu werden, ist ebenso alt wie aktuell. Bereits seit einiger Zeit wird über Ausmaß und Konzeption unternehmerischer Verantwortungsübernahme unter dem Begriff «Corporate Social Responsibility» (CSR) diskutiert. CSR wurde dabei lange in einem nicht-rechtlichen, weil «freiwilligen» Bereich verortet und gerade als (globale) Alternative zur hoheitlichen Regulierung verstanden. Zuletzt haben jedoch auch staatliche und überstaatliche Stellen die Dynamik der Thematik aufgegriffen, sodass vermehrt von einer «Verrechtlichung» der CSR gesprochen wird. Diese These greift das Buch auf, indem es das vielfältige Normenmaterial der CSR-Politik identifiziert und strukturiert und damit einen Zugang zu einer rechtlichen Betrachtung der Thematik schafft.

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G. Zusammenfassung und Ausblick

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331 G. Zusammenfassung und Ausblick „CSR“ ist eine in den Rechtswissenschaften bislang wenig beachtete und bearbeitete Thematik. Maßgeblicher Grund dafür ist die Komplexität der Materie, die eine ein- fache Systembildung erschwert. Ein genauerer Blick auf die Rahmenbedingungen legt jedoch den Schluss nahe, dass sich – trotz der qualitativen Disparität des der Unternehmensverantwortung zugeordneten Normenmaterials – das Thema der CSR insgesamt in einem Prozess der „Verrechtlichung“ befindet. Ihre Aktualität beziehen Fragen der Unternehmensverantwortung vor allem aus einem gewandelten gesellschaftlichen Umfeld für unternehmerisches Han- deln. Insbesondere die sich seit Beginn der 1990er Jahre verstärkenden Prozesse der Globalisierung und Privatisierung haben zu einer tatsächlichen Erweiterung der Einfluss- und Machtsphäre privater Unternehmen und damit zugleich zu gestiege- nen gesellschaftlichen Erwartungen an ihre Aktivitäten geführt. Über ein erfolg- reiches Wirtschaften hinaus wird von Unternehmen vermehrt ein zielorientierter Beitrag zu verschiedenen weiteren Verantwortungsdimensionen eingefordert. Gesellschaftliche Erwartungen begleiten unternehmerisches Handeln seit jeher. Neu ist jedoch, dass sämtliche an die Unternehmen gestellten Erwartungen aufge- griffen und in einem einheitlichen und komplexen Konzept unter dem Oberbegriff der „CSR“ zusammengefasst werden. Gerade aufgrund der Komplexität und der Vielzahl (nicht selten auch der Widersprüchlichkeit) dieser Erwartungen an die Unternehmen, fällt es schwer, das Konzept prägnant und präzise zu definieren. Am ehesten geeignet erscheint es vor dem Hintergrund der Weite der Thematik, das (neue) Begriffsverständnis der EU-Kommission zugrunde zu legen und CSR als „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ zu begreifen....

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