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Peter Hoffmann – Studien zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie zu den deutsch-russischen Beziehungen des 18. und 19. Jahrhunderts

Gesammelte Aufsätze, anlässlich des 90. Geburtstages

Edited By Lothar Kölm and Michael Schippan

Anlässlich seines 90. Geburtstages vereinigt dieser Band 16 bisher unveröffentlichte Aufsätze und acht Rezensionen des Osteuropahistorikers Peter Hoffmann zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie zu den deutsch-russischen Beziehungen im 18. und 19. Jahrhundert. Das Schriftenverzeichnis erfasst seine Publikationen von 1951 bis 2015. Im Mittelpunkt der Studien steht die Zeit der Aufklärung. Persönlichkeiten wie Zar Peter I. sowie die Wissenschaftler G. F. Müller und J. Beckmann werden vorgestellt. Besonderes Augenmerk gilt dem aus Russland nach Berlin zurRussland nach Berlin zurückgekehrten Pädagogen und Geographen A. F. Büsching. Mehrere Beiträge zeugen von dem Interesse Peter Hoffmanns für die Buchgeschichte. Der Autor geht auf Probleme des Übersetzens und der Auswertung historischer Korrespondenzen ein.
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2. Übersetzen als Problem der Aufklärungsforschung

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2.Übersetzen als Problem der Aufklärungsforschung

Die Zeit der Aufklärung wird in der Geschichte des Denkens als eine in sich geschlossene Epoche begriffen. Sie ist durch grundlegende Umbrüche im Denken und in der Sprache gekennzeichnet. Dieses Phänomen ist unter verschiedenen Aspekten untersucht worden. Aus der reichhaltigen Literatur sei hier ein Titel herausgegriffen: der 1985 erschienene Band „Mehrsprachigkeit in der deutschen Aufklärung“. Er ist dem Problem der Sprache in der Aufklärung gewidmet – aber das für mich aufgrund eigener Berufserfahrungen im Vordergrund stehende Problem des Übersetzens ist dort nicht einmal erwähnt. Es wird eine „innere“ und eine „äußere“ Mehrsprachigkeit unterschieden, als „innere Mehrsprachigkeit“ wird die Mehrschichtigkeit der Sprache einerseits des einfachen Volkes, andererseits verschiedener Berufsgruppen und Wissenschaftsdisziplinen einschließlich Sprache der Literatur und Dichtung bezeichnet. Die „äußere“ Mehrsprachigkeit wird als Beherrschung verschiedener fremder Sprachen definiert.1 Außerdem ist in diesem Zusammenhang von „Sprachmischung“ die Rede, wenn sich „innere“ und „äußere“ Mehrsprachigkeit verbinden. Dieser rein sprachwissenschaftliche Ansatz erscheint mir zu formal und zu eng. Er lässt die Verknüpfung von Sprachstruktur und Denkstruktur von vornherein unberücksichtigt. Dementsprechend wird in diesem Sammelband zwar die Problematik des Übergangs vom Lateinischen zum Deutschen in der Wissenschaftssprache mehrfach angesprochen, die Darlegung selbst bleibt aber linear, es wird nicht beachtet, dass es sich beim Übergang von einer Sprache zu einer anderen um einen komplizierten Prozess handelt, bei dem unterschiedliche Wechselwirkungen zum Tragen kommen. Dabei wird der Einfluss von Fremdsprachen (lateinisch, französisch) auf...

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