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Peter Hoffmann – Studien zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie zu den deutsch-russischen Beziehungen des 18. und 19. Jahrhunderts

Gesammelte Aufsätze, anlässlich des 90. Geburtstages

Lothar Kölm and Michael Schippan

Anlässlich seines 90. Geburtstages vereinigt dieser Band 16 bisher unveröffentlichte Aufsätze und acht Rezensionen des Osteuropahistorikers Peter Hoffmann zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie zu den deutsch-russischen Beziehungen im 18. und 19. Jahrhundert. Das Schriftenverzeichnis erfasst seine Publikationen von 1951 bis 2015. Im Mittelpunkt der Studien steht die Zeit der Aufklärung. Persönlichkeiten wie Zar Peter I. sowie die Wissenschaftler G. F. Müller und J. Beckmann werden vorgestellt. Besonderes Augenmerk gilt dem aus Russland nach Berlin zurRussland nach Berlin zurückgekehrten Pädagogen und Geographen A. F. Büsching. Mehrere Beiträge zeugen von dem Interesse Peter Hoffmanns für die Buchgeschichte. Der Autor geht auf Probleme des Übersetzens und der Auswertung historischer Korrespondenzen ein.
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13. Radiščevs Übersetzungen

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13.Radiščevs Übersetzungen

Am 20./31. August 1749 wurde Aleksandr Nikolaevič Radiščev geboren. Während sein 200. Geburtstag 1949 in Russland mit zahlreichen zentralen und regionalen Feiern gewürdigt worden ist, hat sein 250. Geburtstag 1999 nur in kleineren Kreisen Aufmerksamkeit gefunden. 1949 war das Jubiläum Anlass für viele Publikationen, die jedoch nur zu oft in politisch einseitiger Weise die in Radiščevs Werk vorhandenen Sichten auf eine revolutionäre Entwicklung Russlands übermäßig betonten, ihn als ersten russischen Revolutionär bezeichneten. Unbestritten ist, dass Radiščev nach wie vor als ein Vorläufer der Dekabristen anzusehen ist,1 dass ihm in der Geschichte der russischen revolutionären Tradition ein Platz als Vorläufer gebührt. Aber als eindeutig revolutionär ist sein Werk offensichtlich überinterpretiert.2 Eine ausgewogene Einschätzung seines Wirkens war 1949 unter den damaligen Gegebenheiten nicht möglich, vor allem konnten seine engen Bindungen an die mittel- und westeuropäische Aufklärung nicht umfassend herausgearbeitet und analysiert werden.3

Und doch hat dieses Jubiläum – und kurze Zeit später der 150. Jahrestag seines Todes 1952 – wesentliche Anstöße gegeben, Leben und Werk Radiščevs systematisch zu erforschen, neue Materialien zu erschließen. Insgesamt gibt es über Radiščev eine recht umfangreiche Literatur, wobei festzustellen ist, dass seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kaum noch Forschungsliteratur erschienen ist.4 ← 173 | 174 →

Radiščevs Wirken gehört in die Zeit der Aufklärung. Zugleich hat er, diesen Gedanken habe ich 1999...

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