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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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18. Christologie des Kreuzes

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Katechumenen erkannten, Gottes Gesetz verdamme. Daher müssen Christen „zuerst einen solchen Heiland haben, der von der Gewalt dieser Welt… des Teufels, Item von Sünde und Tod uns retten kann, das ist: der wahrer, ewiger GOTT sei“1. Kapitel 17 galt seiner Person. Ihr konnte Luther sogar voranstellen, was sie tut: „Erstens zeigt das Evangelium an, daß wir Gottes Wohltaten erkennen sollen. Aber wir erkennen sie nicht“, ohne die eigene Bedürftigkeit zu begreifen. Dazu öffne „der Herr die Augen, daß man erkennt, welche Gaben Gottes man haben könnte … 3. daß wir wissen, ohne alles Verdienst tue Gott wohl“2. Diese Sätze handeln von erkennenden Menschen. Die merken als Empfangende, nachträglich, was das Faktotum als Person tat, ganz in seiner Gott- und Menschheit wirkend. Daran dachten Scholastiker kaum. Man kann „in der scholastischen Theologie und ihrer Gnadenlehre ein Zurücktreten der Person Jesu Christi beobachten. Christus ist hier nur die causa für den Habitusverleih, für den dann die Kirche zuständig ist. Luthers Glaubensbegriff beinhaltet demgegenüber eine deutliche Vergegenwärtigung des Gottmenschen“3. Die Formulierung wirkt etwas unglücklich. Auch die causa ist gegenwärtig. Nur verleiht Jesus Glaubenden nicht, neu beschaffen zu sein. Seine „Gerechtigkeit ‚besitzen’ [heißt] nichts anderes als selbst nichts besitzen“4. Er schenkt allein sich. Er „gibt nicht [wie der Schöpfer] dieses Leben, eine geringe Gabe, sondern ewiges Leben und hier einen trotzigen Mut, wenn wir glauben“5. Seine Gerechtigkeit gibt sich ganz weg. „Siehe,...

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