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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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21. Gerecht aus Glauben allein

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Das erste Rechtfertigungskapitel begann, den Raum dynamisch wirksamer Gnade zwischen Christusfundament und trinitarischem Dach vom Eingang her zu sichten. Gänge fuhren zu verschiedenen Zimmern, Türen verbinden sie, ja, vom Herrn aus rückblickend, sogar mit dem katechetisch hinführenden Gesetzesweg. Eigenes Begreifen, wie das Evangelium Gescheiterte von religiösen Pflichten befreit, „ist die höchste Kunst in der Christenheit“1. Wenn „man das Evangelium predigen will, so muß es kurz um sein von der Auferstehung Christi“2, da „das Evangelium nichts anderes sei als eine Predigt von Christo“3. Will das Gesetz diesen „Glauben … verwirren“, muß Christus es „aufheben“4. „Sobald diese Unterscheidung erkannt ist, wird der wahre Sinn des Rechtfertigens erkannt“5. Wo „der Artikel weg ist, ist die Kirche weg, und mag keinem Irrtum widerstanden werden“6. Ob Pflicht oder Gabe „untergeht, die nimmt die andere mit sich“7. Das Gesetz „hält niemand, Ja es tötet, spricht S. Paulus Rö 7, Gal 2. … Obgleich der Glaube klein und schwach ist, hält er dies Wort [Joh 8,51 fest]. Und ist also nicht allein möglich, sondern auch leicht und gut zu halten“8. Aus ihm „predigen wir Freiheit von Sünden“, ist doch „Evangelium die Lehre vom Sohn Gottes“9. Da die Schmalkaldischen Artikel den Glauben interessanterweise nicht thematisieren, das Evangelium nun aber schon erreicht ist, sei er hier bedacht.

Erneut überrascht Luther alle, die ihn für edlen Schrott halten: „Ich weiß nicht, ob ich glaube, aber ich...

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