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Die Politik der Volksrepublik China in Lateinamerika von 1990 bis 2010

Strategische Kooperationen und wachsende Konkurrenz

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Vera Philipps

China gehört heute zu den wichtigsten Handelspartnern und Investoren in Lateinamerika. Die Wirtschaftsbeziehungen illustrieren die konsequente Umsetzung der chinesischen Going Out-Strategie. Gewachsen sind dabei auch Abhängigkeiten und Spannungen. Hinter dem Engagement Chinas stehen neben dem Bedarf an Ressourcen und Absatzmärkten ein selektiver Multilaterismus mit geopolitischen Ambitionen und der diplomatische Wettbewerb mit Taiwan. Dieser Band gibt aus chinawissenschaftlicher Perspektive eine umfassende Übersicht über die Entwicklung der sino-lateinamerikanischen Beziehungen zwischen 1990 und 2010. Er geht der Frage nach, welche Prioritäten Peking setzt, welche Strategien und Theorien das Engagement leiten und welche Optionen sich daraus für die Zukunft der Beziehungen ergeben.
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1. Einleitung

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1.Einleitung

“People are saying that the 21st century is the Pacific era…. I firmly believe that at that time there will also be a Latin American era, and I hope the Pacific era, Atlantic era and the Latin American era appear at the same time.” (Deng Xiaoping, 1988)1

“The 21st century will be a century of China and Latin America cooperating in all areas hand in hand, and it will also be a century of the peoples in China and Latin America building a better tomorrow.” (Jiang Zemin, 2001)2

China und Lateinamerika sind nicht nur zwei Regionen, sondern auch zwei Welten, getrennt durch tausende Kilometer. Traditionell existieren wenige bis keine Verbindungen; im 20. Jahrhundert gab es über lange Zeit unüberbrückbare ideologische Barrieren. Auch kulturell sind wenige Anknüpfungspunkte vorhanden. „Cuento chino“, wörtlich „chinesische Geschichte“, bedeutet in Lateinamerika Märchen. Seit der Jahrtausendwende hat diese Redewendung jedoch eine andere Konnotation bekommen: „Ein Riese geht shoppen“+++„China Widens Economic Role in Latin America“+++„China and Latin America – Magic, or realism?” titelten westliche Medien, als der chinesische Präsident Hu Jintao 2004 seine erste Lateinamerika-Besuchsreise antrat und dabei Handelsumsätze und Investitionen in Milliardenhöhe ankündigte.3 Seitdem sind Handelsvolumen und Investitionen signifikant gestiegen; seitdem wird das chinesische Engagement in der Region mit Aufmerksamkeit und auch Argwohn verfolgt.

Eine Vertiefung der Kontakte zwischen der Volksrepublik China (VRCh) und Lateinamerika ist bereits seit den 1990er Jahren zu verzeichnen. Neben...

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