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Sozialgeschichte der spanischen Literatur in Deutschland

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Martin Franzbach

Der Autor untersucht die Beziehungen der spanischen zur deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In einer Reihe von Einzeldarstellungen und nach Jahrhunderten gegliedert ergibt sich ein abwechslungsreiches Panorama mit umfassenden Bibliographien. Das Buch thematisiert unter anderem Grimmelshausen und Harsdörffer, die Maurophilie Herders, Spanienbilder bei Lessing, Schiller, Goethe und Heine sowie die Rezeption des Theaters García Lorcas und die Kreation eines Bestsellers am Beispiel von Javier Marías.
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Das 20. Jahrhundert

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Zur Rezeption der spanischen Literatur in Deutschland im 20. Jahrhundert

Die schiere Flut der deutschen Beiträge zur spanischen Literatur könnte den Eindruck erwecken, diese Literatur sei schon sehr gründlich erforscht worden. In der Bibliografie von Siebenmann und Casetti (1985) der aus dem Spanischen, Portugiesischen und Katalanischen ins Deutsche übersetzten Literatur machen die Übersetzungen aus dem Spanischen (einschließlich des spanischsprachigen Amerikas) zwei Drittel des Buches aus, aber verglichen mit anderen Literaturen handelt es sich nur um einen kleinen Bruchteil. Die Gründe für diese Entwicklung liegen unter anderem in dem Leseverhalten des Publikums und in den Strategien der Verlage, welche häufig die Entwicklung in anderen Ländern abwarten und sich selten an einen Neuling wagen.

Erst mit der „Waffenbrüderschaft“ (1936–1939) zwischen Spanien und dem „Dritten Reich“ und der Einschränkung des Englischen und Französischen änderte sich an dieser Ausgangslage etwas. Zwar hatte der Prälat Georg Schreiber in einer frühen Propagandaschrift der Görresgesellschaft als Antwort auf eine preußische Denkschrift von 1917 unter Ausnutzung des Liberalismus der Weimarer Republik schon 1928 für mehr Auslandsfachschulen, Auslandskunde und Lektorate für Spanisch plädiert, aber erst im Vorfeld des „Dritten Reichs“ wurden die Gemeinsamkeiten zwischen Spanien und Deutschland beschworen. Hermann Joseph Ohrem, ein langjähriger Mitarbeiter von Johannes Fastenrath, dichtete in einem Vortrag im Auftrage des Reichsverbandes Deutschland–Spanien und der Deutsch–Spanischen Vereinigung für das Rheinland und Westfalen die Verse (Ohrem 1930: 39)...

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