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Policy Payoffs in Koalitionsverhandlungen

Eine Analyse ideologischer Distanzen zwischen Wahlprogrammen und Koalitionsverträgen

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Madeline Kaupert

Schon seit der Entdeckung von «Gamsons Law» 1961 konzentriert sich die Koalitionsforschung auf die Verteilung von Ämtern zwischen Regierungsparteien. Dieser Beitrag untersucht die bisher wenig beachtete Verteilung von politischen Inhalten. Die Autorin misst Policy Payoffs als ideologische Distanzen zwischen Wahlprogrammen und Koalitionsverträgen politischer Parteien mithilfe der Textanalysemethode Wordscores. Ihre Analyse zeigt, dass die Verteilung von Policies anderen Regeln folgt als die Verteilung von Portfolios.
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2. Parteienwettbewerb: Position und Salienz

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2.  Parteienwettbewerb: Position und Salienz

In diesem Abschnitt werden zwei Theorien miteinander kontrastiert, die Parteienwettbewerb unterschiedlich modellieren. Das heute weit verbreitete Modell eines räumlichen Parteienwettbewerbs hat im vorigen Abschnitt bereits Verwendung gefunden. Mit An Economic Theory of Democracy legte Downs 1957 den Grundstein für diese Modelle. Hier treten die Parteien auf einer rechts-links Achse in direkte Konfrontation um ihre ideologischen Positionen. Im Gegensatz dazu gehen Verfechter der Salienztheorie, zurückgehend auf Budge und Farlie (1983) davon aus, dass die selektive Betonung von Themen den Parteienwettbewerb strukturiert (vgl. Dolezal et al. 2012: 58).

Beide Ansätze nehmen rationale politische Akteure an, die im Wettbewerb um Wählerstimmen konkurrieren. Dabei gehen sie kalkuliert vor und passen ihre Strategie der Position ihrer Wähler, der Position anderer Parteien und entsprechend ihrer Ziele an. Letzteres, nämlich die Frage nach den Zielen der Parteien, sorgt für eine bis heute bestehende Kontroverse.

Im räumlichen Modell des Parteienwettbewerbs strebten die Parteien anfänglich (A. Downs 1957; Riker 1962) nur nach der Besetzung politischer Ämter (office). Dem wurde aber bald die theoretische Perspektive der policy-Orientierung entgegen gesetzt (Axelrod 1970; De Swaan 1973). Seit Strøm (1990) und Müller und Strøm (1999) wird auch die gegenseitige Abhängigkeit dieser Ziele voneinander diskutiert, allerdings hält die Debatte darüber, ob Parteien in erster Linie office- oder policy-orientiert handeln, weiter an.

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