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Grenzenloser Kinderwunsch

Leihmutterschaft im nationalen, europäischen und globalen rechtlichen Spannungsfeld

Nadine Lederer

Leihmütter werden heute zunehmend von Paaren aus aller Welt in Anspruch genommen. Die Autorin geht den aktuellen Fragen, die dieser Trend aufwirft, insbesondere mit Blick auf das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht nach. Die Abstammung des Kindes, seine Staatsangehörigkeit, die Möglichkeit einer Adoption sowie das Kindeswohl stehen dabei im Fokus. Nicht zuletzt bleibt fraglich, ob die ausländischen Entscheidungen, nach denen die Wunscheltern die rechtlichen Eltern sind, anzuerkennen sind und wie mit den Geburtsurkunden zu verfahren ist. Bislang fehlen dafür interessengerechte Regelungen. Die Autorin ermittelt den auf internationaler Ebene bestehenden Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für eine zukünftige Handhabung von grenzüberschreitenden Leihmutterschaftsfällen.
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§ 7 Probleme bei der Passausstellung und Nachbeurkundung im Geburtenregister

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Die Wunscheltern gehen anfangs regelmäßig davon aus, dass das Auffinden einer geeigneten Leihmutter, die erfolgreiche Durchführung der künstlichen Befruchtung und die Finanzierung des Vorhabens die größten Hürden sind, die es zur Verwirklichung des Kindeswunsches zu bewältigen gilt. Doch weit gefehlt – ist das Kind erst einmal auf der Welt, kann sich der endlich in Erfüllung gegangene Traum vom eigenen Kind schnell zum bösen Albtraum entwickeln, wenn es zu Konflikten mit den Behörden bei der Beantragung von Reisedokumenten und Registereintragungen kommt. Naiverweise holen viele Paare vorab keinen juristischen Rat ein; sie gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass das strenge Recht ihres Heimatstaates im Ausland keine Anwendung findet.852 Oder sie vertrauen blind auf die Informationen, die sich auf den Webseiten der ausländischen Agenturen befinden.

Die Länderberichte und auch einige deutsche Gerichtsentscheidungen haben verdeutlicht, dass es schlimmstenfalls durchaus passieren kann, dass die Wunscheltern die Kinder nicht mitnehmen dürfen und diese im Ausland monate- oder sogar jahrelang festsitzen. Sie erhalten weder Ausweispapiere noch ein Visum, sodass eine Aus- bzw. Einreise in das Heimatland der Wunscheltern scheitert. Ein nicht unerhebliches Dilemma angesichts dessen, dass die Leihmutter das Kind regelmäßig nicht haben möchte und die Wunscheltern in den seltensten Fällen ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen möchten und können. Oftmals ist ihr Aufenthaltsrecht aufgrund eines Visums zudem zeitlich befristet.853 Für die Kinder bedeutet dies schlimmstenfalls: Endstation Kinderheim.

Gelingt die Ausreise hingegen, können...

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