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Grenzenloser Kinderwunsch

Leihmutterschaft im nationalen, europäischen und globalen rechtlichen Spannungsfeld

Nadine Lederer

Leihmütter werden heute zunehmend von Paaren aus aller Welt in Anspruch genommen. Die Autorin geht den aktuellen Fragen, die dieser Trend aufwirft, insbesondere mit Blick auf das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht nach. Die Abstammung des Kindes, seine Staatsangehörigkeit, die Möglichkeit einer Adoption sowie das Kindeswohl stehen dabei im Fokus. Nicht zuletzt bleibt fraglich, ob die ausländischen Entscheidungen, nach denen die Wunscheltern die rechtlichen Eltern sind, anzuerkennen sind und wie mit den Geburtsurkunden zu verfahren ist. Bislang fehlen dafür interessengerechte Regelungen. Die Autorin ermittelt den auf internationaler Ebene bestehenden Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für eine zukünftige Handhabung von grenzüberschreitenden Leihmutterschaftsfällen.
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§ 9 Das Kindeswohl als der ausschlaggebende Gesichtspunkt

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Mehrfach wurde im Rahmen dieser Arbeit betont, dass das Kindeswohl das zentrale Leitmotiv sein soll: So im Rahmen des ordre public-Vorbehalts, bei der (Stiefkind-)Adoption und bei der Entwicklung eines neuen, internationalen Rechtsinstruments. Doch was meint der Begriff des „Kindeswohls“ eigentlich genau, vor allem im Kontext internationaler Leihmutterschaft?

Bevor der Versuch einer Definition dieses Begriffs speziell im Zusammenhang mit der Leihmutterschaft unternommen wird, soll im Folgenden zunächst das Familienbild, das sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat, dargestellt werden. Es sei bereits an dieser Stelle vorweggenommen, dass das Kind zunehmend in den Mittelpunkt der familienrechtlichen Betrachtung gerückt ist, eng verbunden mit einer verstärkten Sensibilisierung für die kindlichen Bedürfnisse.

A.   Gewandeltes Familienbild

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