Show Less
Restricted access

Die mitunternehmerische Besteuerung der Komplementäre der Kommanditgesellschaft auf Aktien

Series:

Stephanie Krebbers-van Heek

Die KGaA feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Seither ist es nicht gelungen, ein konsistentes Besteuerungssystem zu entwickeln. Diese Arbeit untersucht die konträren intransparenten und transparenten Besteuerungsmodelle und zeigt ihre Konsequenzen für Gewinnermittlung und -verteilung, Organschaft, Umwandlungssteuerrecht, Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern, Verfahrensrecht sowie das Doppelbesteuerungsrecht anhand eines fortlaufenden Fallbeispiels auf. Die Arbeit legt die Rahmenbedingungen einer konsequenten KGaA-Besteuerung dar und plädiert für die Mitunternehmerthese, wobei sie sich mit der Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG, der Gewerbesteuer, der Zinsschranke, der Anwendbarkeit von § 8c KStG sowie § 34a EStG befasst und gesetzgeberischen Handlungsbedarf aufzeigt.
Show Summary Details
Restricted access

§ 1 Einleitung

Extract

← XX | 1 →

§ 1   Einleitung

I.   Problemstellung und Anlass der Untersuchung

Nach § 278 Abs. 1 AktG ist die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, bei der mindestens ein Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt haftet (persönlich haftender Gesellschafter) und die übrigen Gesellschafter an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt sind, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften (Kommanditaktionäre). Das Rechtsverhältnis der persönlich haftenden Gesellschafter untereinander und gegenüber der Gesamtheit der Kommanditaktionäre sowie gegenüber Dritten, namentlich die Befugnis der persönlich haftenden Gesellschafter zur Geschäftsführung und zur Vertretung der Gesellschaft, bestimmt sich nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs über die Kommanditgesellschaft (§ 278 Abs. 2 AktG). Im Übrigen gelten für die Kommanditgesellschaft auf Aktien, soweit sich aus den §§ 278 ff. AktG oder aus dem Fehlen eines Vorstands nichts anderes ergibt, die Vorschriften des Ersten Buchs des Aktiengesetzes über die Aktiengesellschaft sinngemäß (§ 278 Abs. 3 AktG).

Heute, fast 300 Jahre1 nach der Gründung der ersten Gesellschaft, deren Struktur im Wesentlichen der einer heutigen KGaA entsprach, ist die gesetzliche Formulierung des § 278 AktG Ausgangspunkt einer unermüdlich geführten Diskussion um die „richtige“ rechtliche Einordnung der KGaA. Denn obwohl § 278 Abs. 1 AktG klarstellt, dass die KGaA eine juristische Person ist2, bringt der partielle Verweis auf die Regelungen des HGB über die KG das Zwei-Welten-Gefüge des Unternehmensrechtlers ein Stück weit aus dem Lot. Die KGaA vereint innerhalb...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.