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Die mitunternehmerische Besteuerung der Komplementäre der Kommanditgesellschaft auf Aktien

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Stephanie Krebbers-van Heek

Die KGaA feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Seither ist es nicht gelungen, ein konsistentes Besteuerungssystem zu entwickeln. Diese Arbeit untersucht die konträren intransparenten und transparenten Besteuerungsmodelle und zeigt ihre Konsequenzen für Gewinnermittlung und -verteilung, Organschaft, Umwandlungssteuerrecht, Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern, Verfahrensrecht sowie das Doppelbesteuerungsrecht anhand eines fortlaufenden Fallbeispiels auf. Die Arbeit legt die Rahmenbedingungen einer konsequenten KGaA-Besteuerung dar und plädiert für die Mitunternehmerthese, wobei sie sich mit der Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG, der Gewerbesteuer, der Zinsschranke, der Anwendbarkeit von § 8c KStG sowie § 34a EStG befasst und gesetzgeberischen Handlungsbedarf aufzeigt.
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§ 2 Eine kurze Geschichte der KGaA

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§ 2   Eine kurze Geschichte der KGaA15

Die KGaA ist keine junge Rechtsform. Ihre Geschichte reicht nach heutigem Kenntnisstand zurück bis ins vorrevolutionäre Frankreich des 18. Jahrhunderts16. Am 2. Mai 1716, ein Jahr nach dem Ende der Herrschaft Ludwigs des XIV., wurde die „Banque Général“ (später „Banque Royale“) in Frankreich gegründet17. Ihre ursprüngliche Aufgabe, die Finanzen Frankreichs zu ordnen, konnte sie niemals erfüllen, weil sie bereits kurz nach ihrer Gründung kollabierte. Heute gilt die „Banque Général“ nicht nur als eine der ersten Banken, die durch ihren Zusammenbruch eine nationale Krise des Geld- und Kreditwesens auslöste18, sondern auch als erste Gesellschaft deren Aufbau dem einer heutigen KGaA im Wesentlichen entsprach19. Eine gesetzliche Grundlage für diese Gesellschaftsstruktur gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht20; eine solche findet sich erstmals fast 100 Jahre später im Jahre 1807, ebenfalls in Frankreich. In Artikel 38 des Code de Commerce wurde die KGaA als Unterfall der KG geregelt21.

Über die internationale Ausbreitung der französischen Idee von der neuen Rechtsform ist wenig bekannt. Die im Jahre 1851 in Berlin gegründete „Diskontbank“ gilt ← 7 | 8 → als erste deutsche KGaA22. In Deutschland findet sich erstmals im Jahre 1861 eine einheitliche Regelung der KGaA in den §§ 173–206 ADHGB23. Aufgrund des starken Einflusses, den der Code de Commerce auf das deutsche Handelsrecht hatte24, wurde die KGaA auch hier als Sonderform der KG und damit als Personengesellschaft geregelt25....

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