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Die mitunternehmerische Besteuerung der Komplementäre der Kommanditgesellschaft auf Aktien

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Stephanie Krebbers-van Heek

Die KGaA feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Seither ist es nicht gelungen, ein konsistentes Besteuerungssystem zu entwickeln. Diese Arbeit untersucht die konträren intransparenten und transparenten Besteuerungsmodelle und zeigt ihre Konsequenzen für Gewinnermittlung und -verteilung, Organschaft, Umwandlungssteuerrecht, Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern, Verfahrensrecht sowie das Doppelbesteuerungsrecht anhand eines fortlaufenden Fallbeispiels auf. Die Arbeit legt die Rahmenbedingungen einer konsequenten KGaA-Besteuerung dar und plädiert für die Mitunternehmerthese, wobei sie sich mit der Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG, der Gewerbesteuer, der Zinsschranke, der Anwendbarkeit von § 8c KStG sowie § 34a EStG befasst und gesetzgeberischen Handlungsbedarf aufzeigt.
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§ 8 Ungeklärte Rechtsfragen der Besteuerung

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§ 8   Ungeklärte Rechtsfragen der Besteuerung

I.   Rudimentäre gesetzliche Regelungen zur KGaA-Besteuerung

Im Gegensatz zur im Wesentlichen schlüssigen und widerspruchsfreien Besteuerung der kapitalistischen Sphäre der KGaA, ist die Besteuerung der KGaA und ihrer Komplementäre in den Ertragsteuergesetzen nur sehr rudimentär geregelt404. Systematisch bedeutsame Erwähnung findet sie nur in den §§ 1 Abs. 1 Nr. 1 und 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG, in §§ 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 3, 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 3, 35 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG sowie in den §§ 8 Nr. 4 und 9 Nr. 2b GewStG405. Anhand dieser „Eckpunkte“ bemühen sich Rechtsprechung, Wissenschaft und Praxis um ein konsistentes Besteuerungssystem, welches sowohl der zivilrechtlichen Einordnung als auch der steuerrechtlichen Leistungsfähigkeit gerecht wird und das sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext bestehen kann406.

Gäbe es keine steuerrechtlichen Sonderregelungen für die KGaA und stellte man, entsprechend der traditionell rechtsformabhängigen Unternehmensbesteuerung407, allein auf die Rechtsform der KGaA als juristische Person ab, so hätte dies steuerrechtlich zur Folge, dass die Gewinnausschüttungen an den Komplementär als Dividenden Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG wären. Die Gewinnausschüttungen dürften den Gewinn steuerrechtlich nach § 8 Abs. 3 S. 1 KStG nicht mindern. Die KGaA würde ihren Gewinn mit 15% Körperschaftsteuer versteuern. Nach dem Grundsatz der Trennung zwischen Kapitalgesellschaft und Kapitalgesellschafter fände eine...

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