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Studien V: Entwicklungen des Öffentlichen und Privatrechts II

Wilhelm Brauneder

Die Beiträge des Buches umfassen nahezu alle Aspekte der Rechtsgeschichte: die Staatsordnungen Europas im 19. Jahrhundert, Grundrechte 1848 und für Bosnien 1910, die Stellung der Länder in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert, Mehrsprachigkeit in der Habsburgermonarchie, Kirchenstaatspläne 1916/1918 sowie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Aber auch mittelalterliches Landrecht, Eheschließungsrecht, Naturrecht, Baurecht als Sozialreform und Literaturgeschichte werden behandelt.
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Kirchenstaatspläne 1916/1918: Tirol statt Liechtenstein?

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I. „Römische Frage“ und Erster Weltkrieg

II. Kirchenstaat Liechtenstein 1916

III. Kirchenstaat Tirol 1918/19

IV. Zusammenhang der Kirchenstaatspläne Liechtenstein und Tirol

V. Zusammenfassung

I. „Römische Frage“ und Erster Weltkrieg

Mit dem Kriegseintritt Italiens am 23. Mai 1915 erhielt die „Römische Frage“ eine neue Dimension1. Vom freiwilligen „Gefangenen im Vatikan“ wurde Papst Benedikt XV. jedenfalls für die Mittelmächte zu einem unfreiwilligen Gefangenen Italiens. Nicht, daß er dieses verlassen oder man ihn „befreien“ wollte: Aber der diplomatische Verkehr mit katholischen Staaten erfuhr empfindliche Behinderungen. Deutlich wurde dies auf mehrfache Weise. Als schon 1916 und dann vor allem mit einem Artikel der russischen Zeitung „Izvestija“ vom November 1917 der von den Entente-Mächten Großbritannien, Frankreich und Rußland mit Italien geschlossene Vertrag vom 26. April 1915, der dieses zum Kriegseintritt bewog, allmählich bekannt wurde, hatte man auch Kenntnis von jener Bestimmung (§ 15), nach der sich die genannten Entente-Mächte Italien gegenüber verpflichteten, dieses in seinen Bemühungen zu unterstützen, diplomatische Schritte des Papstes zu einem Friedensschluß und dessen Teilnahme an einem Friedenskongreß zu unterbinden2. Dagegen wandte sich besonders energisch in der Nachbarschaft des katholischen Liechtenstein die Zeitung „Neue Zürcher Nachrichten“ zu Anfang März 19163: Es zählten, so schon die Überschrift des Leitartikels, zu den „Pflichten der Katholiken aller Nationen“ folgende „Hauptpunkte“, die in „Einheitlichkeit“ zu vertreten wären: Aufhebung ← 117 | 118 → des Garantiegesetzes, weil „absolut ungen...

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