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Maßnahmen finanzieller Restrukturierung

Rahmenbedingungen, Bewertung und Ausgestaltung am Beispiel von Debt Equity Swaps

Series:

Carlo Dirschedl

Gegenstand der Untersuchung sind Debt Equity Swaps, bei denen gegen die schuldnerische Gesellschaft gerichtete Forderungen in Eigenkapital gewandelt werden sollen. Die Bewertung der einzulegenden Forderungen wird durch den Gesetzgeber nicht abschließend geklärt. Nach einer rechtlichen Grundlegung entwickelt der Autor einen Formelapparat, der die Ermittlung der Werthaltigkeit der Sacheinlage sowie die Bewertung aller weiteren Kapitalgeberansprüche ermöglicht. Weil die Entscheidung über Fortführung oder Liquidation nicht aus Unternehmensgesamtperspektive getroffen wird, sondern den entscheidungsberechtigten Kapitalgebergruppen obliegt, kann es zu Interessenskonflikten kommen. Diese gilt es effektiv und effizient zu lösen.
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1 Einleitung

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1.1 Ausgangslage und Problemstellung

Unternehmenskrisen und -insolvenzen waren in den vergangenen Jahren keine Besonderheit. Man kann an dieser Stelle argumentieren, dass das stetige „Kommen“ und „Gehen“ von Unternehmen elementarer Bestandteil einer funktionierenden Marktwirtschaft ist.1 Unabhängig davon, wie man dieses Argument für sich bewerten mag, ist der durch Unternehmensinsolvenzen verursachte gesamtwirtschaftliche Schaden beachtlich: Neben den Arbeitnehmern, deren Arbeitsplätze im Falle der Liquidation verloren gehen, gehören alle öffentlichen und privaten Insolvenzgläubiger zu den Hauptverlierern, deren Schaden allein in Deutschland auf 38,5 Mrd. € in 2012 und 26,9 Mrd. € im abgelaufenen Jahr 2013 beziffert wird.2 Die vergangene Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutlich gezeigt, dass auch operativ gesunde Unternehmen in zukunftsträchtigen Branchen betroffen sein können.3 Ursächlich sind meist die zu hohen Finanzverbindlichkeiten, welche auf den Schultern der Unternehmen mit – für die zunehmende Dynamik, Komplexität und Vernetzung auch und vor allem auf den Finanzmärkten – zu geringen Eigenkapitalquoten lasten.4

Unabhängig von den Gründen für die gewählte Kapitalstruktur kommt zur außergerichtlichen oder gerichtlichen Sanierung finanziell überschuldeter Unternehmen u. a. auch der Debt Equity Swap in Betracht: Teile des schuldnerischen Fremdkapitals (= Debt) werden im Rahmen dieser Transaktion in Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Finanzinstrumente (Equity) gewandelt (Swap), in dem die gegen das schuldnerische Unternehmen gerichtete Forderung im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen eingebracht wird. In der Folge wird das Unternehmen durch die gesunkene, künftig zu tragende Zins- und Tilgungslast vom Zustand der insolvenzrechtlichen und...

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