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Vorträge und Aufsätze zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters

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Jürgen Blänsdorf

Der Band vereinigt die zwischen 2000 und 2014 entstandenen Untersuchungen zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters: Komödie und Epos, Philosophie und Geschichtsschreibung. Weitere Themen sind außerdem die Methoden der Textinterpretation, Metrik, römische Philosophie, Staatstheorie, Geschichte, Religion und Fachschriftsteller. Das Buch wendet sich an Interessenten in Universität und Gymnasien und weitere Leserkreise. Öffentliche Diskussionen über den Wert des Lateins berücksichtigen oft nur die Mühen des Spracherwerbs. Hier stehen Literatur und Geistesgeschichte im Vordergrund.
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Die Friedensdebatte in Vergils Aeneis

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Buch XI, 108-4721

In philologischen Interpretationen geht es nicht nur um die Aufgabe, Inhalte zur Kenntnis zu nehmen, Sprache und Stil zu verstehen und Literaturformen zu analysieren, sondern für uns das Fragepotenzial zu reaktivieren, das für den antiken Leser mit bedeutenden Ereignissen und Begriffen verbunden war. Dazu eignet sich in besonderem Maße die Friedensdebatte im XI. Buch der Aeneis, die trotz ihrer Ausführlichkeit von den Autoren der drei neueren Vergilbücher, Werner SUERBAUM, München 1999, Michael VON ALBRECHT, Heidelberg 2006, und Niklas HOLZBERG, München 2006, nur mit wenigen Nebenbemerkungen gestreift wurde. Diese Episode, die Vergil so wichtig war, dass er dafür mit Drances eine Gestalt erfand, die der römischen Überlieferung unbekannt war, besaß sicher für die römischen Leser eine beachtliche Aktualität, weil zur Zeit der Abfassung der Aeneis das Ende der Bürgerkriege kaum ein Jahrzehnt zurücklag und Octavian nach seinem Sieg bei Actium im Jahre 31 v. Chr. die pax Augusta zum Programm seiner Herrschaft erhoben hatte. Trotz einiger Störungen durch oppositionelle Nobiles in den Jahren 23 und 19 v. Chr., die er mit harter Hand niedergeschlagen hatte, gelang es ihm, anders als seinem politischen Ziehvater C. Iulius Caesar, nach einem halben Jahrhundert innenpolitischer Unruhen den Kampf der Bürgerkriegsparteien zu beenden, eine dauerhafte Regierung – unter Leitung seiner Dynastie – einzurichten und damit einen jahrhundertelangen – nur einmal von den Unruhen nach Kaiser Neros Tode gestörten – Frieden zu schaffen. Auch unsere eigene, von...

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