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Die Möglichkeit transnationaler Tarifverträge in Europa anhand eines Vergleichs des britischen und deutschen Tarifvertragsrechts

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Sebastian Schulte

Das Buch bietet die Untersuchung der rechtstatsächlichen Möglichkeit eines transnationalen Tarifvertrags. Nach wie vor fehlt es hierfür auf europäischer Ebene an einer expliziten Rechtsgrundlage. In jüngerer Zeit haben die Auswirkungen des Lissabon-Vertrags und die Neuregelungen im Bereich des Internationalen Privatrechts zu einer weiteren Vereinheitlichung europäischen Rechts geführt. Der Autor führt hinsichtlich der Möglichkeit transnationaler Tarifverträge eine rechtsvergleichende Betrachtung der Rechtsordnungen Deutschlands und Großbritanniens durch. Er zeigt auf, dass die unterschiedliche Ausgestaltung etwa der Bindungswirkung der Tarifverträge in beiden Rechtsordnungen nicht das entscheidende Hindernis ist. Es fehlt jedoch eine entsprechende Harmonisierung der Durchsetzungsmechanismen für solche Tarifverträge.
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A. Einleitung

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A.  Einleitung

Die Globalisierung hat dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen einen immer höheren Grad an Internationalisierung erreichen. Die Entscheidungsprozesse beschränken sich nicht nur auf die lokalen Betriebsstätten, sondern finden in einem globalen Kontext statt. Dies beeinflusst naturgemäß die Arbeitsbeziehungen: Der internationale Standortwettbewerb ist auch zu einem Wettbewerb um Arbeitsbedingungen geworden. Hand in Hand mit den Möglichkeiten moderner Informationstechnologien können Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit flexibel über Ländergrenzen hinweg gestalten. Diese transnationale Flexibilität der Unternehmen und Arbeitgeber stellt die Arbeitnehmer heute vor andere Herausforderungen als die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts. Dies führt Wedderburn zu der Annahme, dass „Arbeitnehmer kollektiv […] in einer neuen Ära der Schwäche angekommen sind, da die Reichweite und Stärke ihrer Gewerkschaften schwindet“1. Der Grund hierfür sei die Schwierigkeit, transnationale Kollektivverhandlungen zu führen und darüber hinaus transnationalen Druck in Form von Arbeitskämpfen aufzubauen.2

Vor diesem Hintergrund ist die Thematik einer wirksamen Vertretung von Arbeitnehmerinteressen auf einer transnationalen Ebene nicht neu: Auch und gerade weil es nach wie vor an einer expliziten Regelung eines internationalen oder wenigstens europäischen Tarifvertragsrechts fehlt, waren vor allem in einem europäischen Kontext Grundlagen transnationaler Tarif- beziehungsweise Kollektivverträge aus juristischer Perspektive bereits Gegenstand vieler Untersuchungen.3 Insbesondere in jüngerer Zeit haben aber die Auswirkungen des Lissabon-Vertrags und die Änderungen im Internationalen Privatrecht in vielfacher Hinsicht zu einer weiteren Vereinheitlichung europäischen Rechts geführt. Es erscheint daher vielversprechend,...

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