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Primat des Logos vor dem Ethos

Festschrift anlässlich des 40-jährigen Priesterjubiläums von P. Bernhard Vošicky OCist- Mitherausgegeben durch das Institut für Philosophie, dem Institut für Liturgiewissenschaft der Hochschule Heiligenkreuz und der Gebetsliga

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Edited By Marian Gruber and Wolfgang Wehrmann

Die Festschrift würdigt das 40-jährige Priesterjubiläum und den 65. Geburtstag von P. Bernhard Vošicky OCist. Der international und österreichweit bekannte Seelsorger und Mönch ist zugleich Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz Benedikt XVI. Namhafte Grußadressen von Politikern verschiedener Ebenen und kirchlichen Würdenträgern des deutschen Sprachraumes sowie spezifische Artikel zu Heiligen und Mönchen stellen einen Bezug zu seinem priesterlichen Leben her.
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Ein Europa der Regionen, Kaiser Karl I. und Tirol

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Josef Gelmi

Ein Europa der Regionen

Kaiser Karl I. (1887–1922)

und Tirol

Der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn war ein Prototyp für das Europa der Regionen. Dafür stehen die vielen Amtssprachen, die es in der Donaumo­narchie gab. Deutsch, Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Italienisch, Slowenisch, Kroatisch, Serbisch, Rumänisch und Ukrainisch wurden in Wien offiziell akzeptiert. Nur beim Militär war Deutsch die gemeinsame Kommandosprache. Jeder Soldat musste die 100 wichtigsten Befehle erlernen. Kaiser Karl kümmerte sich sehr um die einzelnen Länder. Ganz besonders liebte er aber das Kronland Tirol, das damals vom Karwendelgebirge im Norden bis zum Gardasee im Süden reichte. Der Alpenhauptkamm schied Nord- und Südtirol. Mit dem aufkommenden nationalen Denken wurde immer mehr zwischen Deutsch- und Welsch-Südtirol unterschieden.1 Damals war Tirol politisch und kirchlich durch den so genannten Bruderkampf zwischen den beiden katholischen Parteien, den Konservativen und den Christlichsozialen, zerstritten.2 Aber der Bevölkerung ging es relativ gut. Die Armut im Lande konnte allmählich überwunden werden. Das Einkommen der Einwohner stieg, elektrisches Licht, Eisenbahnen und die ersten Autos waren sichtbare Symbole des Fortschrittes. Der Krieg, der 1915 unmittelbar auch Tirol erfasste, beendete schlagartig die Belle Époque, führte zum Ende der Monarchie und zur Teilung des Landes.3 Zu Kaiser Franz Joseph schauten die Tiroler wie zu einem Halbgott auf. ← 33 | 34 → Diese Popularität konnte Kaiser Karl wegen seiner kurzen Regierungszeit nie erreichen, dennoch hegte er für Tirol, das er von...

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