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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Edited By Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Koloniale Interpretationsmuster in Schweizer Comics

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Einführung in das Modul

„Globi“ ist eine Schweizer Comicfigur. Sie wurde in den 1930er Jahren erfunden und diente ursprünglich als Werbefigur für eine Warenhauskette namens „Globus“, die – unter anderem – „exotische“ Kolonialwaren verkaufte. Die Geschichten mit Globi wurden vor allem im deutschsprachigen Teil der Schweiz schnell sehr beliebt. Die Serie wird bis heute fortgesetzt.1

Wie die Schweizer Philosophin Patricia Purtschert aufgezeigt hat, waren die Globi-Bücher Teil einer größeren Reihe von Kinderbüchern und -hörspielen des 20. Jahrhunderts, die kolonialistische Bilderwelten nutzten, um sie den von den Hauptcharakteren der Geschichten verkörperten „Schweizer“ Werten, Kühnheit, Fleiß und Klugheit, gegenüberzustellen. Wie in den meisten westlichen Ländern setzte in den 1970er Jahren auch in der Schweiz eine anti-rassistische Kritik ein. Soziale Bewegungen und Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler warfen „Globi“ und anderen Kinderbüchern unverhohlenen Rassismus, Sexismus und allgemein eine chauvinistische Haltung vor.2

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