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Geschichte der Personalberatung

Entstehung und Entwicklung der Personalberatungsbranche in Deutschland

Eckhard Neudeck

Der Autor betrachtet erstmals die Personalberatungsbranche unter historischen Aspekten. Anhand von Zeitzeugeninterviews, der Auswertung und Analyse von über 600 Personalberatungen, mehr als 1.000 zeitgenössischen Stellenanzeigen sowie diversen Archivbeständen zeichnet er die Historie der Personalberatung im Zeitraum von 1926 bis Mitte der 1990er Jahre nach. Er weist nach, dass mit dem Berufsstand des «Researchers» eine neue Profession kreiert wurde. Zugleich zeigt die vergleichende Untersuchung zwischen US-amerikanischen und deutschen Beratungen, wie sich die Branche in beiden Ländern unter vollkommen unterschiedlichen ökonomischen, politischen, juristischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen autonom entwickelte und sich einem ständigen Wandel anpassen musste.
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II. Grundlagen der Personalberatung

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II.  Grundlagen der Personalberatung

1. Etymologische Entwicklung des Begriffs „Beratung“

Der Begriff „Beratung“ lässt sich auf das mittelhochdeutsche bzw. althochdeutsche Wort „rat“ zurückführen (niederländisch = raad) und wurde erstmals im 8. Jahrhundert bezeugt.146 Ursprünglich wurde es im Zusammenhang mit der Bedürfnisbefriedigung verwendet, die mit Hilfe materieller und immaterieller Güter sichergestellt werden konnte. Rat hatte viel mit dem Wort „Gerät“ zu tun, d. h. wer helfen wollte, musste auch das dafür erforderliche Gerät mitbringen. Bezogen auf die moderne Beratung ist ein Berater diejenige Person, die das „Gerät“ – im heutigen Sprachduktus benutzt die Beratungsbranche den Begriff „Tool“ oder „Werkzeug“ – zur Verfügung stellt, um Hilfe zu leisten.147

Insofern erhielt „Rat“ den Sinn als Besorgung der Mittel, die zum Lebensunterhalt notwendig waren. In diesen Kontext fielen auch die Wörter Vorrat, Unrat, Hausrat und sogar Heirat im Sinne von Hausbesorgung, die damit eine physische und soziale Beschaffungs- und Fürsorgedimension beschrieben. Diese ausschließlich auf elementare Überlebensstrategien zurückgehende Worthistorie entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert hin zu einem empfehlenden Charakter. Der Begriff geht auf die Überlegung zurück, wie und durch wen Rat beschafft werden sollte. Im Althochdeutschen (girati) und Mittelhochdeutschen (geraete) wird Rat dann zu Beratung oder als Vorschlag und Empfehlung verwendet.148 In einem weiteren Bedeutungsraster ist das Wort „Rat” bereits personifiziert oder bestimmten Objekten zugeordnet. Als Beispiele lassen sich Geheimrat, Studienrat, Amtsrat, ← 47 | 48 → Stadtrat, Ratsherr oder Regierungsrat auff...

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