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Wendepunkte in der Kultur und Geschichte Mitteleuropas

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Anita Czeglédy, Edit Kovács and Petra Szatmári

Die hier versammelten Beiträge nehmen die Vielfalt kultureller Phänomene und Produkte zu historischen Wendezeiten in den Blick. Neben Darstellungen von historischen Ereignissen beleuchten sie auch Wendepunkte in der Sprachverwendung, in narrativen Selbstkonstruktionen und in ästhetischen Konzepten. Die möglichen Formen von Beschreibung und Konstruktion, Antizipation und Erinnerung, Ideologisierung und Kritik, Eskapismus und Engagement sind im sprachlich und kulturell so unterschiedlich zusammengesetzten, mitteleuropäischen Raum auch von Problemen der Identität und Interkulturalität geprägt.
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Die Wende im ostmitteleuropäischen Raum als kulturelles Trauma? Kritische Bemerkungen zu Piotr Sztompkas Thesen

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Sándor Trippó (Universität Debrecen)

Die Wende im ostmitteleuropäischen Raum als kulturelles Trauma?

Kritische Bemerkungen zu Piotr Sztompkas Thesen

Trauma as an analytical category within cultural studies has been widely criticized as it is often used in an inflationary manner without any critical reflection. It has been radically questioned whether this term can be used to describe and to interpret collective experiences. Considering the controversies, one might view the propositions made by the Polish cultural theorist Piotr Sztompka as an especially ambitious venture since Sztompka emphasizes the traumatogenic nature of social change and proposes that the political turn of 1989/ 1990 in East-Center Europe qualifies as trauma. This paper offers a critical discussion of Sztompka’s model and explores the contradictions within the proposed trauma concept.

Trauma als kulturwissenschaftliche Analysekategorie wird längst wegen ihres inflationären und unreflektierten Gebrauchs heftig kritisiert, ihre Anwendung zur Beschreibung und Deutung kollektiver Erfahrungen wurde radikal hinterfragt. In Anbetracht dieser Debatten stellen die Thesen des polnischen Kulturtheoretikers Piotr Sztompka ein besonders gewagtes Unternehmen dar, indem sie die traumatogene Natur gesellschaftlicher Wandelprozesse und zugleich den traumatischen Charakter der Umwälzungen der Jahre 1989/90 im ostmitteleuropäischen Raum betonen. Dieser Beitrag bietet eine kritische Lektüre von Sztompkas Thesen und zeigt, welche Widersprüche dieses Traumamodell aufweist.

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