Show Less
Restricted access

Strafrechtliche Risiken der unterlassenen Aufklärung über Vertriebsprovisionen

Series:

Heiko Löw

Dieses Buch untersucht die vom OLG Stuttgart im Urteil vom 16.02.2011 aufgestellte These, dass die unterlassene Aufklärung über Vertriebsprovisionen im Rahmen des Vertriebs von Kapitalanlageprodukten strafbar ist. Basierend auf den in der Kick-Back-Rechtsprechung des BGH entwickelten Aufklärungspflichten untersucht der Autor die strafrechtlichen Risiken, die sich für Kundenbetreuer und Geschäftsleitung aus der unterlassenen Aufklärung über Vertriebsprovisionen ergeben. Im Zentrum der Untersuchung steht dabei die Prüfung der Tatbestände der Untreue und des Betruges. Der Autor entwickelt zudem Compliance-Maßnahmen, die eine Minimierung der Risiken für Kreditinstitute gewährleisten können.
Show Summary Details
Restricted access

2. Kapitel: Grundlagen der Untersuchung

Extract

← 24 | 25 →

2. Kapitel:   Grundlagen der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit untersucht die strafrechtlichen Risiken der unterlassenen Aufklärung über Vertriebsprovisionen bei der Vermittlung von und der Beratung über Kapitalanlagen. Als Grundlage der Untersuchung werden zunächst die zentralen Begriffe der Arbeit definiert und die Strukturen des Vertriebs von Kapitalanlagen aufgezeigt.

A.   Begriffliche Grundlagen

I.   Kapitalanlage

Als Kapitalanlage6 kann grundsätzlich jede Investition von Kapital bezeichnet werden, die eine Vermehrung oder zumindest Erhaltung des bestehenden Vermögens bezweckt.7 Die mit einer Kapitalanlage verfolgten Ziele liegen nach dem sog. Magischen-Dreieck der Kapitalanlage vorwiegend im Streben nach Sicherheit, Rentabilität und Liquidität (vgl. Abbildung 1).8

Abbildung 1: Magisches Dreieck der Kapitalanlage, Quelle: Bayer/Bestmann, Finanzlexikon, S. 149.



Diese drei Ziele stehen in einer Wechselwirkung zueinander, d.h. dass ein Ziel nicht ohne Beeinflussung eines anderen Ziels erreicht werden kann. So wird beispielsweise eine „sichere“ Kapitalanlage keine hohe Rendite erzielen oder eine hoch rentable Kapitalanlagenlage nicht stets für die Anleger verfügbar sein. Kapitalanlagen lassen sich grundsätzlich anhand der gewählten Anlageform systematisieren und nach einem klassischen Verständnis in drei Alternativen aufspalten.9 Demnach bestehen die Möglichkeiten, Kapital gegen Sachwerte zu tauschen (z.B. Gold), Kapital gegen Zins zu verleihen (z.B. Anleihen) oder Kapital in ein Unternehmen zu investieren (z.B. Aktien). Daneben besteht im modernen Bankwesen eine vierte Möglichkeit. Es handelt sich dabei um den Erwerb von Derivaten gem. § 2 Abs. 2 WpHG, die vereinfacht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.