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Albrecht Fabri – Frühe Schriften

Essays und Rezensionen aus der Zeit des Dritten Reichs

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Edited By Jürgen Egyptien

Albrecht Fabri (1911–1998) zählt zu den brillantesten Essayisten der Nachkriegszeit. Mit seinem radikalen Ästhetizismus provozierte er alle, die in Kunst oder Literatur ein Medium zur Unterhaltung oder zum gesellschaftlichen Engagement erblickten. Fast unbekannt sind bis heute seine frühen Essays und Rezensionen, die zwischen 1933 und 1940 im Dritten Reich erschienen. Sie zeigen neue Facetten seines Schreibens und lassen auf spannende Weise verfolgen, wie sich Fabris individueller Stil und wesentliche Motive seines ästhetischen Denkens herausbildeten. Eine Personalbibliographie sowie eine umfassende Einführung in Leben und Werk des Essayisten umrahmen die Textedition.
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Versuch über Josef Hofmiller

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Nur selten überlebt ein deutscher Kritiker seinen Tod. So ist, verglichen mit dem Frankreichs etwa, unser kritisches Schrifttum ein äußerst spärliches. Ein halbes Dutzend Namen genügt, seinen Umfang abzustecken; und auch dieses halbe Dutzend nimmt im geistigen Haushalt unsrer Nation nur einen bescheidenen Platz ein.

Der Grund dafür? Denn wir sehen am Beispiel anderer Literaturen, dass der Kritiker durchaus die Möglichkeit hat, sich ihrem festen Bestand einzuverleiben. Wie der Dichter kann er Klassiker werden; aber die Voraussetzung dazu ist, dass sein Werk nicht minder als Kunstwerk sich behauptet denn das Werk jenes; mit anderen Worten: dass es seinen jeweiligen Anlass überholt; dass es ihm mehr als bloß genugtut; dass es unabhängig wird von ihm…

Die Kritik im Verstande der Literaturkritik ist eine Literatur über die Literatur. Aber sie ist ebenso frei, wie die Kunst des Malers frei ist. Das Buch oder der Autor, die sie sich zum Vorwurf nimmt, sind für sie dasselbe, was für den Maler eine Landschaft oder sein Modell: sie betrachtet sie wie ein Stück Natur; und wie das Resultat der Arbeit des Malers ein Bild, ist das ihre eine Prosa.

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