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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.
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Les belles infidèles: Rilkes frühe Übersetzungen aus dem Italienischen

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Mi pare d’essermi accorto che il tradurre così per esercizio vada veramente fatto innanzi al comporre, e […] che in somma una traduzione perfetta sia opera più tosto da vecchio che da giovane.

(Giacomo Leopardi: Lettera a Pietro Giordani, 29.12 1817)

In einem Brief an Benno Geiger vom 24. Dezember 19331, in dem er Proben aus dessen Petrarca-Übertragung lobte, die damals noch in Vorbereitung war2, schrieb der Dichter und Philosoph Rudolf Pannwitz: „Rilke kann überhaupt nicht übersetzen[,] ist viel zu subjektiv dafür.“ Pannwitz, der selber viele Dichter aus verschiedenen Sprachen ins Deutsche übertrug und sich auch als Theoretiker des Übersetzens auszeichnete3, zeigt in diesem Brief jene überlegene und arrogante Haltung, die sein Leben und Schaffen überhaupt charakterisierte4 und die ihn so viele Freundschaften kostete. In der Beziehung zwischen Pannwitz und Geiger kam es in den 60er Jahren ebenfalls zum Bruch; in den 30er Jahren hatten die beiden jedoch noch eine rege Korrespondenz geführt, die hauptsächlich Probleme der literarischen Übertragung betraf. Bei beiden, die schon vor dem Ende des Ersten Weltkriegs durch Hugo von Hofmannsthal miteinander bekannt gemacht worden waren, genoß Rilke keine Gnade, und dies nicht nur als Übersetzer, sondern sogar als Dichter. Gegenüber Rilke hatte übrigens auch der von beiden so geschätzte Hofmannsthal, besonders in Bezug auf die frühe Produktion des Prager Dichterkollegen, eine gewisse Distanz gezeigt und einmal dessen Stundenbuch sogar als „kitschige Mystik“5 abgetan. ← 91 | 92 → Benno Geiger, erfolgloser Dichter, eifriger Übersetzer und begabter...

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