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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.
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„Ein Nebel leichter geistiger Berauschtheit“: Stefan Zweig und Osteuropa

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„Ein Nebel leichter geistiger Berauschtheit“1: Stefan Zweig und Osteuropa

Jedenfalls haben wir allzulange die ungeheure Vielfalt der russischen Leistung nachlässig aus unserem Blickfeld gelassen –, eines der genialsten und interessantesten Völker dieser Erde.

(Stefan Zweig: Reise nach Rußland)

Brücken zu schlagen zwischen verschiedenen Ländern, Menschen, Lebens- und Kunstauffassungen; Vermittler zu sein und immer darauf vorbereitet, den eigenen Horizont durch neue Erkenntnisse, Erlebnisse, Begegnungen zu erweitern: das war das Hauptanliegen des „großen Europäers“2 Stefan Zweig. Ein solches Vorhaben setzte eine Reihe von Eigenschaften voraus, die Zweig alle besaß: Neugierde, Unruhe, innere wie äußere Flexibilität, Großzügigkeit, Hilfsbereitschaft, nicht zu vergessen: vermögend zu sein.

Sein Herz zeigte daher nicht nur „nach dem Süden“ wie das von Sigmund Freud3, sondern nach allen Himmelsrichtungen, und auch wenn man nicht leugnen kann, daß er sich in der französischen Kultur und Literatur am meisten zu Hause fühlte, ja dort recht eigentlich im eigenem Element; daß er Italien, das Geburtsland seiner Mutter innig liebte und immer wieder dorthin fuhr, wo er mit einem breiten Freundeskreis rechnen konnte; daß er sich auch in Nordeuropa gern aufhielt und England als seine Wahlheimat schon vier Jahre vor dem sogenannten ‚Anschluß‘ wählte – so darf man doch die Intensität der Beziehung nicht unterschätzen, die der erfolgreiche Schriftsteller zu den östlichen Regionen Europas zu unterhalten pflegte.

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