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Die Ukraine – Grenzland oder Brücke?

Reflexionen zum aktuellen Konflikt

Reinhard Hildebrandt

Dieses Buch behandelt die Stellung der Ukraine im Konflikt um Aufrechterhaltung guter wirtschaftlicher und politischer Beziehungen der Ukraine zu Russland einerseits und ihrem Wunsch nach Zugehörigkeit zur Europäischen Union andererseits. In dieser Sache prallen die Strategie zur Erweiterung der EU und das Sicherheitsbedürfnis Russlands aufeinander. Diese rivalisierenden Mächte zerreißen die in ihren Sympathien gespaltene ukrainische Bevölkerung. Als traditionelles Grenzland wäre für die Ukraine die Brückenfunktion zwischen Russland und der EU jedoch angemessen. Es droht schließlich der Verlust der Unabhängigkeit, wenn der Konflikt auf absehbare Zeit zu keinem friedlichen Ende führt. Der Autor folgert, dass dessen Fortdauer auch das Verhältnis zwischen Europäischer Union und Russland entfremdet und ein Wiederaufleben des Ost-West-Konflikts nicht mehr ausgeschlossen ist.
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Vorwort

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Der Ukraine-Konflikt spaltet die Gesellschaft, die Parteien, die Medien, ruft Ängste hervor, sät Misstrauen, hat destabilisierende Wirkung für die Ukraine und vergiftet die Beziehungen der Länder untereinander. Er führt die Europäische Union in eine Situation, in der sie an die Grenzen ihrer Expansion angekommen zu sein scheint, und begünstigt Entwicklungen in Russland, sich stärker auf China zu orientieren und von partnerschaftlichen Beziehungen mit der Europäischen Union abzuwenden. Das Denken in den Kategorien des Kalten Krieges hat wieder Platz gegriffen, ohne dass dessen Strukturen zurück gekehrt sind.

Den immer näher rückenden wirtschaftlichen Bankrott der Ukraine aufzuhalten und ihr ausreichende finanzielle Mittel zur Stabilisierung und Erneuerung zur Verfügung zu stellen, fällt den Geberländern und dem Internationalen Währungsfonds zunehmend schwerer, weil tief greifende Reformen ausbleiben und Hilfsgelder für den Kauf von Waffen ausgegeben werden.

Fehler der Vergangenheit aufseiten der Europäischen Union, Russlands und der Ukraine werden entweder von ihren Verursachern nicht anerkannt oder nur schleppend aufgearbeitet, so dass effektive Konfliktlösungen ausbleiben und Scharfmacher in den USA, der Europäischen Union, der Ukraine und Russland Tag für Tag erneut Gelegenheit erhalten, weiter Öl ins Feuer zu gießen.

Jeden Tag neue Hoffnung auf eine friedliche Lösung zu schöpfen und sie angesichts der eintreffenden negativen Berichte nach kurzer Zeit wieder begraben zu müssen, verunsichert, verwandelt das Schreiben in einen schmerzhaften Prozess. Wenn dennoch mit viel...

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