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Der Effekt staatlicher Anreize auf die Qualität und den Versorgungsumfang innovativer Arzneimittel

Eine Analyse unterschiedlicher Innovationsförderungen und staatlicher Regulierungen unter der Möglichkeit internationaler Preisdiskriminierung

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Karsten Rohlf

Das Buch untersucht die Auswirkungen von staatlichen Regulierungs- und Umverteilungsmaßnahmen auf Versorgungsumfang und Qualität innovativer Arzneimittel. Der Autor analysiert dies mittels einer Monopolmarktbetrachtung und erklärt die Interaktion von Staaten spieltheoretisch: Im Gegensatz zu Zulassungskostenerstattungen sowie Arzneimittelkonsumsubventionen können Forschungs- und Entwicklungskostenzuschüsse die Arzneimittelqualität steigern. Die Einführung einer Bürgerversicherung wirkt sich negativ auf die Arzneimittelqualität und die Wohlfahrt gesetzlich Versicherter aus. Der staatliche Spielraum zur Preissetzung sinkt mit zunehmender Bevölkerung und aus ungleichen Bevölkerungsstrukturen resultieren differenzierte Preise, während Referenzpreisesetzungen ineffizient sind und die Arzneimittelqualität senken.
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1 Einleitung

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1.1 Einführung und Problemstellung

Die 25 Gesundheitsminister der Europäischen Union deklarierten im Jahr 2006 Universalität, Zugang zu einer Gesundheitsversorgung von guter Qualität, Gleichbehandlung und Solidarität als gemeinsame Grundwerte der europäischen Gesundheitssysteme; ebenso stellten sie fest, dass die finanzielle Tragfähigkeit ein gemeinsames Grundmerkmal der europäischen Gesundheitssysteme ist, damit die genannten Werte auch künftig gesichert sind (Rat der Europäischen Union, 2006, S. 34 ff.). Dabei beinhaltet das Prinzip der Qualität auch die Förderung von Innovationen (Rat der Europäischen Union, 2006, S. 36). Diese Werte und Prinzipien gelten unter anderem in Form der solidarischen Finanzierung (§ 3 SGB V), des Leistungsanspruchs der Versicherten und des Wirtschaftlichkeitsgebots (§ 12 SGB V) auch für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Allerdings zeigt sich bei diesen Werten und Prinzipien insbesondere ein Spannungsverhältnis zwischen Qualität bzw. Innovationsförderung auf der einen Seite und Wirtschaftlichkeit bzw. finanzieller Tragfähigkeit auf der anderen Seite: Die Aussage Cutlers und McClellans (2001a, 2001b) zum positiven Zusammenhang zwischen Innovation (und damit einhergehender Ausgabensteigerung) sowie gesellschaftlichem Nutzen wird zwar von anderen Autoren, wie beispielsweise Baicker und Chandra (2004), infrage gestellt. Nach der Arbeit von Skinner, Staiger und Fisher (2006) ist jedoch von einem positiven Zusammenhang zwischen technologischem Fortschritt (und einem damit einhergehenden Ausgabenanstieg) sowie einer gesteigerten Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten auszugehen. Damit besteht ein Zielkonflikt zwischen Qualität und Innovation einerseits und finanzieller Tragfähigkeit andererseits. Cutler und McClellan (2001a, 2001b) nehmen weiter an, dass selbst...

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