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Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

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Edited By Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
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Albaner in Serbien, Mazedonien und Montenegro

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Die albanische Minderheit im sozialistischen Jugoslawien lebte nicht nur auf dem Gebiet des Kosovo. Im Verlauf von Jahrhunderten albanischer Siedlungsgeschichte ließen sich Angehörige dieser Ethnie auch in den Regionen nieder, die aus heutiger Sicht Nachbarregionen des Kosovo darstellen.1 Die Frage nach ihren Rechten und ihrem Status war daher nicht ausschließlich ein Problem im Kosovo, wo der prozentuale Anteil der albanischen Bevölkerung im Vergleich zu anderen Verwaltungseinheiten des sich formierenden sozialistischen Jugoslawiens am höchsten lag. Der AVNOJ, als Führungsgremium des kommunistischen Widerstands, versprach auf einigen Zusammentreffen noch während des Zweiten Weltkriegs allen nationalen Minderheiten die gleichen Rechte. Die Partisanenbewegung selbst war stark dezentralisiert, was den delegierten Widerstandskämpfern aus dem erweiterten Kosovo ermöglichte, bei der Konferenz von Bujan zum Jahreswechsel 1943/44 offen mit der Forderung nach einer nationalen Selbstbestimmung der Albaner aufzutreten, und zwar in Form einer Resolution des Nationalen Befreiungsausschusses für das Kosovo und Dukagjin. Diese Resolution traf rückwirkend aber auf Kritik des ZK der KPJ, unter anderem aus Angst vor nationalistischen Reaktionen der Serben. Eine Diskussion innerhalb der Partei über die „albanische Frage“ war augenscheinlich in den Kriegsjahren nicht erwünscht.2 Nichts deutete also darauf hin, dass sich nach dem Krieg die Lage für diese Bevölkerungsgruppe im Vergleich zur Zwischenkriegszeit schnell und deutlich verbessern sollte.

Staatliche Politik gegenüber Albanern außerhalb des Kosovo

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