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Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

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Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
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Bulgaren

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Auf dem westlichen Balkan und speziell auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens leben traditionell bulgarische Minderheitengruppen, welche an unterschiedlichen Orten siedeln und sich bis heute durch Glaubensbekenntnis, Dialekt und Traditionen unterscheiden. Der Zeitpunkt ihrer Ansiedlung und des Moments, als sie unter serbische bzw. jugoslawische Herrschaft gerieten, variierte ebenfalls je nach Gruppe. Als erste gelangten die Bewohner Vardar-Makedoniens unter Belgrader Hegemonie, als diese Region in Folge des Ersten Balkankrieges im Jahr 1912 vom Königreich Serbien erobert wurde. Die slawische Bevölkerung der neu gewonnen Gebiete identifizierte sich zuvor zu großen Teilen mit dem bulgarischen Volk. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Serbien vom untergegangenen Österreich-Ungarn die Vojvodina, in der Dörfer der Banater Bulgaren lagen, und wenig später musste Bulgarien seine sogenannten Westgebiete an Jugoslawien abtreten.1

Die bulgarische Minderheit in Jugoslawien ist bisher wenig erforscht. Über die Banater Bulgaren ist von Blagovest Njagulov ein umfangreiches Buch veröffentlicht worden.2 Zudem haben sich mit dem Thema auch tschechische Autoren in der Veröffentlichungsreihe zur Geschichte der Staaten beschäftigt.3 Über die ← 183 | 184 → Historie der mazedonischen Bulgaren sind vor allem Internet-Beiträge erschienen, die aber meist eine stark nationalistische Ausrichtung haben.4

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