Show Less
Restricted access

Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

Series:

Edited By Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
Show Summary Details
Restricted access

Epilog

Extract



Die Autoren des vorliegenden Buches haben in den einzelnen Kapiteln die Minderheitenpolitik des sozialistischen Jugoslawiens sowie die spezifischen Probleme der wichtigsten dort lebenden nationalen Minderheiten analysiert und diese in den historischen Kontext gestellt. Wie aus der Arbeit insgesamt hervorgeht, hat der Staat den ethnischen Gruppen über den gesamten Zeitraum betrachtet eine wechselhafte Behandlung zuteilwerden lassen. Das Gesamtkonzept der jugoslawischen Minderheitenpolitik wurde nicht nur zentral, sondern auch in den Teilrepubliken und autonomen Gebieten erstellt. Zudem war es grundsätzlich mit der schwankenden Außenpolitik des Staates verbunden und spiegelte zudem den anhaltenden Wandel in der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung wider. Beeinflusst wurde Letztere nicht nur durch die politisch und wirtschaftlich motivierte Migration, sondern auch durch die natürliche demographische Entwicklung, die durch die unterschiedlichen Geburtenraten bei den Minderheiten entstand.

Den Ausgangspunkt der Führung um Tito für die politische Strategie gegenüber den nationalen Minderheiten bildeten von vornherein die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Damit wurden die Bevölkerungsgruppen definiert, die sich auf der Liste der Täter und Feinde wiederfanden. In diese Kategorie fielen nationale Gruppen, die den Besatzungsmächten nahe gestanden hatten, und jene, deren Angehörige direkt am Kampf gegen Titos Partisanen beteiligt gewesen waren. Dabei handelte es sich um Deutsche, Italiener, Magyaren, Albaner und Bulgaren. Angehörige dieser Minderheiten wurden verstärkt zum Ziel von Repressionen, was sie zum Großteil in die Emigration trieb. Vor allem im Fall der deutschen Minderheit war – wie in anderen Teilen Osteuropas – der Emigrationsdruck erw...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.