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Kollektive Haftung im Wirtschaftsstrafrecht

Ein kompetitiver und evaluativer Vergleich der Sanktionssysteme Deutschlands, Großbritanniens und Italiens – Unter besonderer Berücksichtigung von Dogmatik, Gerechtigkeit und Zweckmäßigkeit

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Johann Amos Münch

Gegenstand dieses Buches ist ein Rechtsvergleich der wirtschaftsstrafrechtlichen Sanktionssysteme Deutschlands, Großbritanniens und Italiens. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse werden in die aktuelle Diskussion zur Einführung eines «echten» Unternehmensstrafrechts in Deutschland eingebracht. Zu diesem Zweck werden auch die Vor- und Nachteile der deutschen, britischen und italienischen Sanktionssysteme umfassend herausgearbeitet. Der Autor beleuchtet darüber hinaus die Möglichkeiten einer Übertragung der fortschrittlicheren Elemente der britischen und italienischen Sanktionssysteme auf das deutsche Modell.
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D. Rechtslage in Italien

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D. Rechtslage in Italien

I. Darstellung der Rechtslage

1. Überblick

Italien beschreitet einen neuen Weg hinsichtlich der Sanktionierung von Verbänden. Im Jahre 2001 hat der italienische Gesetzgeber die Weichen für einen „dritten Weg“ zwischen Kernstrafrecht einerseits und Administrativsanktionsregime andererseits gestellt und ein spezielles Gesetz zur Verantwortlichkeit von Verbänden eingeführt.668 Trotz seiner irreführenden Bezeichnung als „verwaltungsrechtliche Verantwortlichkeit“669 handelt es sich dabei tatsächlich um ein Unternehmensstrafrecht i. e. S., das nicht primär Prinzipien einer Störerhaftung folgt und in die Zuständigkeit des Strafrichters fällt.670 Das Dekret 231/2001 ist als ein im Mantel des Verwaltungsrechts verstecktes Quasi-Strafgesetz einzuordnen.671

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