Show Less
Restricted access

Russische Kinderliteratur im europäischen Exil der Zwischenkriegszeit

Series:

Nadia Preindl

Als Folge der Oktoberrevolution und der dadurch bewirkten Emigration zahlreicher russischer Intellektueller entwickelte sich in den Zufluchtsländern während der 1920er- und 1930er-Jahre eine erhebliche Produktion an Kinderliteratur. Als Ergebnis extensiver Quellenarbeit in europäischen und amerikanischen Archiven machen die Studien bewusst, welchen Beitrag die russischen Emigranten trotz schwierigster Lebensbedingungen im Bereich des Genres Kinderbuch leisteten. In der Rekonstruktion theoretischer Diskussionen sowie literarischer Thematisierungen von Flucht, Aufwachsen in der Fremde, Erinnerung und Identität zeichnet die Autorin die Spannungsfelder zwischen den Sprachen und Kulturen sowie Traditionsbewahrung und Assimilierung nach. Neben überraschenden Erkenntnissen liefert das Buch durch die systematisierende Zusammenführung von vergessener Literatur einen Beitrag zur Literatur- und Kulturgeschichte Russlands sowie Europas.
Show Summary Details
Restricted access

Quellenkorpus

Extract



Vorbemerkung

Der nachstehende Index nennt gemäß zuvor genannter Klassifikation all jene Werke für Kinder und Jugendliche, die zwischen 1918 und 1939 in russischer Sprache außerhalb Russlands bzw. der Sowjetunion in europäischen Exilzentren publiziert wurden. Unter den Werken mit dem Erscheinungsort Berlin befinden sich ebenso solche, die für den sowjetischen Buchmarkt gedruckt wurden. Lehr- und Sachbücher sowie handschriftliche Erzeugnisse von Kinder- und Jugendorganisationen (Skauty, Sokol, Vitjaz’) und Schülern russischer Bildungseinrichtungen bilden eine gesonderte Gruppe und wurden auf Grund ihres äußerst fragmentarischen Erhalts nicht berücksichtigt.430 Neben originär für Kinder und Jugendliche verfassten Werken umfasst das nachstehend dokumentierte Quellenmaterial ebenso Lektüreangebote und Lesestoffe, die von Autoren, Verlegern, Kritikern, Geistlichen, Bibliothekaren, Pädagogen und Buchhändlern als eine für Kinder geeignete Lektüre bewertet und als solche klassifiziert wurden. Somit finden sich darunter auch Werke, die ursprünglich nicht für die kindliche Adressatengruppe vorgesehen waren und dem kinderliterarischen Korpus nachträglich zugerechnet wurden.

Für die Quellenrekonstruktion wurden neben der persönlichen Bestandsaufnahme in Bibliotheken und Archiven Verzeichnisse, Auswahlkataloge und Empfehlungslisten der pädagogischen Kritik sowie Anzeigen, Kataloge und Buchlisten von Exilverlagen und zudem Bücherchroniken herangezogen.431 Die Zuordnung zum Bereich der Kinderliteratur erfolgt anhand des Titels bzw. Titelzusatzes („dlja ← 223 | 224 → detej“, „dlja junošestva“), der Buchreihe, Adressatennennung, von Gebrauchshinweisen, Gattungsangabe, Einbandgestaltung sowie Vor- bzw. Nachwort. Sie ermöglichen, allen denkbaren Querverbindungen im Bereich der an den Büchern beteiligten Personen wie Autoren, Illustratoren,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.