Show Less
Restricted access

Die völkerrechtliche Klassifizierung bewaffneter Konflikte

Konflikttypen, Abgrenzungen sowie Rechtsfolgen und deren Auswirkungen auf die Planung und Durchführung militärischer Operationen

Series:

Karl Edlinger

Mit seinem hochaktuellen Thema richtet sich Karl Edlinger an militärische Kommandanten, aber auch an politische Entscheidungsträger und weltpolitisch interessierte Leser. Im Buch wird der Rechtsrahmen für moderne Konfliktsituationen abgeleitet und die Konsequenzen für Planung und Durchführung militärischer Operationen dargestellt. Das Völkerrecht bestimmt je nach Typus eines bewaffneten Konflikts die Rechte und Pflichten der beteiligten Streitkräfte. Diese werden immer häufiger in atypischen Konfliktsituationen eingesetzt: friedensunterstützende Einsätze der Vereinten Nationen, Kampf gegen terroristische Organisationen oder gegen internationale Kriminalität. Im Buch werden die Konsequenzen am Beispiel des Luftangriffes bei Kunduz dargestellt.
Show Summary Details
Restricted access

9. Der Luftangriff bei Kunduz

Extract

← 254 | 255 →

9.  Der Luftangriff bei Kunduz

Im Rahmen des ISAF-Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan erfolgte in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2009 im Raum Kunduz ein Luftangriff durch US-amerikanische Luftfahrzeuge, welcher durch den deutschen Kommandeur des Provincial Reconstruction Teams (PRTs) Kunduz1053 angefordert worden war.

Zwei Tanklaster einer privaten Spedition aus Kabul hielten wegen einer Reifenpanne auf dem Highway 3 in der Nähe des Dorfes Aliabad, etwa fünfzehn Kilometer südlich von Kunduz. Die Tanklaster hatten jeweils ca. 30.000 Liter Benzin bzw. Diesel geladen, die für US-Truppen bestimmt waren. Nach Beendigung der Reparatur tauchten mehrere Talibankämpfer auf, bemächtigten sich der Tanklaster, erschossen einen Fahrer und zwangen den anderen Fahrer, sie zu begleiten. Beim Überqueren des Flusses Kunduz (etwa 7 km vom deutschen Feldlager Kunduz entfernt) blieben beide Lastwägen manövrierunfähig in einer Sandbank stecken. Daraufhin forderten die Talibanführer aus der Umgebung Unterstützung an. Auch Bewohner aus umliegenden Dörfern kamen mit Fahrzeugen oder zu Fuß, um Treibstoff aus den Tanklastern in mitgebrachte Benzinkanister abzulassen und abzutransportieren.

Um ca. 1900 Uhr wurde der Provinzgouverneur von Kundus, Mohammad Omer, über die Entführung informiert und um ca. 20.30 Uhr erhielt der Kommandant des deutschen Provincial Reconstruction Teams (PRTs), Oberst Klein, diese Information. Gegen Mitternacht wurden die festgefahrenen Tanklaster durch einen B1-Bomber (Einsatzname „Bone 22“), der zuvor eine andere Operation mit deutscher Beteiligung im Norden der Region unterstützt hatte, entdeckt. Die Geschehnisse...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.