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Russland im 21. Jahrhundert. Reif für eine multipolare Welt?

Eine Analyse der strategischen Kultur Russlands und das daraus abgeleitete Erfordernis einer konfliktsensiblen Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber Russland

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Norbert Eitelhuber

Wie mit Russland reden? Angesichts der aktuellen Ukraine-Krise identifiziert das Buch die strategische Kultur Russlands, zeigt deren Auswirkung auf die heutige Außen- und Sicherheitspolitik auf und zieht Folgerungen für den Umgang mit Russland. Neorealistische Analysen können Russlands Verhalten in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts nur begrenzt erklären und führen in ihren Schlussfolgerungen zu einem Wiederaufleben der früheren Blockkonfrontation. Ein wesentlicher Wandel der strategischen Kultur erfolgte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Kooperative Politikansätze können darauf aufbauen. Der politische Westen sollte Mut zu mehr Pluralismus im internationalen System zeigen. Eine erneute Blockkonfrontation ist vermeidbar – dies ist eine zentrale Aussage des Buches.
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Vorwort des Herausgebers

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Das künftige Verhältnis zwischen Russland und dem Westen, die Einschätzung der Motive und Zielsetzungen russischer Außen- und Sicherheitspolitik sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die künftige Außen- und Sicherheitspolitik der westlichen Staaten stehen seit einem guten Jahr ganz oben auf der Tagesordnung der europäischen, aber auch der internationalen Politik. Die Konkurrenz zwischen der NATO und nachfolgend auch der Europäischen Union mit Russland über Einflusssphären im europäischen Raum hat anlässlich der politischen Umbrüche in der Ukraine zur größten Krise der Europäischen Sicherheitsordnung seit dem Ende des Ost-West-Konflikts geführt. Mit seiner völkerrechtswidrigen Annexion der Krim-Halbinsel sowie der Destabilisierung von Teilen der Ostukraine verstößt Russland nachhaltig gegen Grundlagen dieser Sicherheitsordnung. Die westlichen Staaten können und wollen das nicht hinnehmen; gleichwohl zielt die große Mehrheit des kontinentalen Europas darauf ab, Russland nicht dauerhaft auszugrenzen, sondern perspektivisch als Partner zurückzugewinnen. Sicherheit in Europa, so ein unverändert gültiger Grundsatz der deutschen Außenpolitik, lasse sich nicht gegen und auch nicht ohne die Russische Föderation, sondern nur mit Russland verwirklichen.

Es bleibt daher richtig: Ohne Russland kann es auch keine dauerhafte Europäische Sicherheitsordnung geben. Ohne die Mitwirkung Russlands lassen sich zudem zahlreiche Probleme der Internationalen Politik wie der Konflikt über das iranische Nuklearprogramm, eine Einhegung des Bürgerkriegs in Syrien oder die zukunftsfähige Gestaltung der nuklearen Ordnung nicht erreichen. Als ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der...

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