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Russland im 21. Jahrhundert. Reif für eine multipolare Welt?

Eine Analyse der strategischen Kultur Russlands und das daraus abgeleitete Erfordernis einer konfliktsensiblen Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber Russland

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Norbert Eitelhuber

Wie mit Russland reden? Angesichts der aktuellen Ukraine-Krise identifiziert das Buch die strategische Kultur Russlands, zeigt deren Auswirkung auf die heutige Außen- und Sicherheitspolitik auf und zieht Folgerungen für den Umgang mit Russland. Neorealistische Analysen können Russlands Verhalten in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts nur begrenzt erklären und führen in ihren Schlussfolgerungen zu einem Wiederaufleben der früheren Blockkonfrontation. Ein wesentlicher Wandel der strategischen Kultur erfolgte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Kooperative Politikansätze können darauf aufbauen. Der politische Westen sollte Mut zu mehr Pluralismus im internationalen System zeigen. Eine erneute Blockkonfrontation ist vermeidbar – dies ist eine zentrale Aussage des Buches.
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4.5 Zusammenführung der Ergebnisse

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Die Ukrainekrise, dabei insbesondere die Annexion der Krim, erschütterte das Vertrauen zwischen Russland und dem Westen heftig. Vom Maidan in Kiev ausgehend, brachen Unruhen in weiten Teilen des Landes aus, gefolgt von schweren Kämpfen gegen Separatisten in der Ostukraine und einem globalen Informationskrieg. Jede Seite beharrte darauf, ihre Wahrnehmung der Ereignisse sei die richtige. Aus diesem Grund wird der Darstellung und unterschiedlichen Lesart der Ereignisse breiterer Raum gegeben.

Der Westen sieht im Zusammenhang mit der durch die ukrainische Regierung kurz vor dem Gipfeltreffen der Östlichen Partnerschaft in Vilnius (28./29.11.2013) abgesagten Paraphierung des EU-Assoziierungsabkommens vor allem Russland als den Treiber eines geopolitischen Machtspiels. Dieser Sichtweise steht die ← 297 | 298 →geopolitische Grundlinie der USA, wie sie in den Zielen, den politischen Westen zu erweitern und Russland einzudämmen, zum Ausdruck kommt, entgegen.934 Nur ein Jahr bevor die Maidan-Unruhen begannen hatte zudem die damalige amerikanische Außenministerin Hillary Clinton angekündigt, effektive Wege und Mittel zu finden, um die Gründung der Eurasischen Union zu verzögern oder gar zu verhindern.935 Die Ukraine wurde von allen Akteuren als essentieller Mitgliedstaat der Union gesehen. Die USA hatten ihre Kampfansage gemacht. Doch selbst das Ziel der Europäischen Union, östlich von sich einen Ring gut regierter Staaten zu fördern,936 ist geopolitisch geprägt und führt zu einer Integrationskonkurrenz mit Russland um all jene Staaten, die zwischen der EU und Russland liegen.937 Die massive Unterstützung des Westens für die ukrainische ← 298 | 299 →Opposition kann somit kaum als...

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