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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Edited By Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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Zwischen Platon und christlicher Kunst. Zu Friedrich Schleiermachers Verständnis der Übersetzung in seinen frühen Jahren

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Piotr de Bończa BukowskiUniwersytet Jagielloński w Krakowie

Zwischen Platon und christlicher Kunst.Zu Friedrich Schleiermachers Verständnis der Übersetzung in seinen frühen Jahren

Heute, mehr als 180 Jahre nach seinem Tod, wird Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher als einer der größten Theologen deutscher Sprache gefeiert. Aber mit den bahnbrechenden Reden Über die Religion (1899) und der Glaubenslehre (Der christliche Glaube von 1821/22) ist sein hervorragender Beitrag zu den Geisteswissenschaften längst nicht erschöpft. Auch in seinen Vorlesungen über Dialektik, Ethik und Hermeneutik, welche später veröffentlicht wurden, leistete Schleiermacher Bemerkenswertes und hob sich von seinen Vorgängern und Zeitgenossen ab. Besonders auf dem Gebiet der Auslegungslehre erwies sich die Wirkung seiner Ideen als tiefgehend und beständig. Seit der Erscheinung von Hermeneutik und Kritik, die 1838 von Friedrich Lücke aus Schleiermachers handschriftlichem Nachlass und Kollegnachschriften herausgegeben wurde, kann von einer Erneuerung der hermeneutischen Reflexion die Rede sein. Aus dem Konzept der allgemeinen Hermeneutik, die das Verstehen im Verhältnis des Eigenen zum Fremden als ein universales Phänomen auffasst1, welches von dem in Breslau geborenen Gelehrten ausgearbeitet wurde, schöpften die Begründer der philosophischen Hermeneutik: Dilthey, Heidegger und Gadamer. Die späteren Ausgaben Schleiermachers Schriften zur Auslegungskunst, insbesondere Manfred Franks Neuedition von 1977, haben seine Schlüsselstellung in der Geschichte der Hermeneutik gefestigt, aber auch die Gedanken des Gelehrten in einem weiten Zusammenhang dargestellt, in welchem die Sprachtheorie eine besonders wichtige Rolle spielte.2 So wird Schleiermacher...

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