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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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„denn seine Schöpfung ist eine große Schande!“ Zu religiösen Momenten im Roman Schlump von Hans Herbert Grimm

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Paweł Zarychta Uniwersytet Jagielloński w Krakowie

„denn seine Schöpfung ist eine große Schande!” Zu religiösen Momenten im Roman Schlump von Hans Herbert Grimm1

2008 veröffentlichte der Literaturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Volker Weidermann2 sein Buch der verbrannten Bücher3, in dem er sich auf die Suche nach Autoren machte, die von dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland verboten und nach den gründlich durchgeführten Bücherverbrennungen oft aus der kollektiven Erinnerung verdrängt wurden. Unter den Textbesprechungen von über 100 Autoren, wie etwa Kurt Tucholsky, Arnold Zweig oder Bertolt Brecht, befand sich auch ein kurzer Hinweis auf den bislang anonymen Autor eines vergessenen Antikriegsromans Schlump4, der 1928 bei Kurt Wolff erschienen ist, und kurz darauf 1933 auf die Liste der verbotenen und zu verbrennenden Bücher kam, um danach auch fast vollkommen in Vergessenheit zu geraten. 2013 stieß auf diese kurze Notiz Weidermanns die Leipziger Germanistin Christa Grimm, von der der Autor dieses Beitrags im Mai 2014 die Hintergründe persönlich kennen lernen durfte5. Gleich nach der Lektüre habe sie einen Brief an den FAZ-Journalisten geschrieben und mittgeteilt, wer der Autor des genannten Romans sei, und sich bereit erklärt, weitere Auskünfte diesbezüglich zu geben. Daraufhin besuchte Weidermann das Haus Grimms in Altenburg und veröffentlichte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen Zeitungsartikel, in dem nach über 80 Jahren nicht nur der Autor von Schlump zum ersten Mal öffentlich beim richtigen Namen genannt...

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