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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Edited By Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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Antike Metren und Formen im lyrischen Werk Josef Weinhebers

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Josef Weinheber wurde am 9. März 1892 in Wien geboren, gestorben ist er am 8. April 1945 durch den Freitod in Kirchstetten, Niederösterreich. Er war Sohn eines Metzgers, Viehhändlers und Gastwirts. Im Alter von sechs Jahren kam er in ein Knabenerziehungshaus. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1901 schickte ihn die Mutter in ein Waisenhaus in Mödling bei Wien, wo er von 1903 bis 1908 das Gymnasium besuchte. 1904 starb die Mutter. Nach schulischen Schwierigkeiten verlor er den Freiplatz am Gymnasium und musste sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen. Es begannen für ihn harte Jahre. Er war Hilfsarbeiter in einer Metzgerei und einer Molkerei, Bürohilfskraft, Kutscher, Hauslehrer, bis er 1911 in den Postdienst trat. Der junge Weinheber trieb aber autodidaktische Studien und bildete sich weiter. Er lernte Griechisch und Latein, „um antike Vorbilder im Original lesen zu können“. Karl Kraus wurde ihm zum großen Vorbild „in der Auffassung der Sprache als ‚Wirklichkeit des Geistigen’, als zu bearbeitenden Materials“. Im Jahre 1925 machte er Reisen durch Frankreich, Italien, Dalmatien, Deutschland, die Schweiz. Die lyrischen Anfänge Weinhebers sind beeinflusst von Wildgans, Rilke, Morgenstern, Holz, Dehmel und Walt Whitman. Er begann die künstlerische Produktion als Dichter und Maler, ab 1932 war er freier Schriftsteller.

Josef Weinheber gehört zu den wenigen deutschen Autoren, die gern in ihren Dichtungen experimentierten. Er meint, dass Abstammung und Umgebung den geistigen Habitus des Künstlers mitbestimmen; er selbst habe sich in...

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