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Bewertung und kognitive Wahrnehmung von Realoptionen

Simulationsbasierte und experimentelle Analysen im Kontext der Energiewirtschaft

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Simon Werker

Flexible Kraftwerke können als Realoptionen klassifiziert werden. Die Bewertung mit Verfahren der Optionspreistheorie ist aufgrund struktureller Unterschiede zu Finanzoptionen jedoch nicht unproblematisch. In diesem Zusammenhang greift der Autor zwei Fragestellungen auf. Zunächst analysiert er den Einfluss empirischer Renditeverteilungen auf den Optionswert. Mithilfe von simulationsbasierten Verfahren werden systematische Bewertungsverzerrungen durch die Missachtung von Fat Tails aufgezeigt. Anschließend überträgt der Autor Erkenntnisse der Behavioral Economics auf die Optionsbewertung und untersucht Verzerrungen in der intuitiven Wahrnehmung von Realoptionswerten. Zwei experimentelle Studien belegen irrationale Über- und Unterbewertungen von Realoptionen.
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7. Zusammenfassung und Ausblick

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7.  Zusammenfassung und Ausblick

Die Zielsetzung der Arbeit war es, die beiden aufgeworfenen Forschungsfragen zur Bewertung und kognitiven Wahrnehmung realer Optionen zu beantworten. Hierzu wurden zunächst die Grundlagen der klassischen Optionspreistheorie gelegt und die Analogie zu unternehmerischen Entscheidungssituationen aufgezeigt. Von Beginn an wurde ein enger Bezug zu dem Anwendungsfall realer Kraftwerksoptionen hergestellt. Aufgrund der Flexibilität der Kraftwerksfahrweise und der Unsicherheit der beobachtbaren Marktpreise für Strom, Brennstoffe und CO2-Zertifikate konnten fossile Kraftwerk als nahezu idealtypisches Beispiel für eine Realoption und als geeignetes Untersuchungsobjekt für die vorliegende Arbeit klassifiziert werden. Den Grundlagenteil abschließend und den Hauptteil der Arbeit einleitend wurden die beiden verbundenen Forschungsprojekte theoriebasiert eingeordnet und ihr inhaltlicher Zusammenhang verdeutlicht.

Das erste Hauptkapitel zielte mit empirischen Verteilungstests historischer Commodityrenditen sowie quantitativen Bewertungen von Clean Dark Spread Optionen auf Basis unterschiedlicher Verteilungsannahmen darauf ab, den Einfluss von Fat Tails in der Renditeverteilung des Underlyings auf den Wert von Kraftwerksoptionen zu analysieren. Mithilfe analytischer Modelle konnten im Ergebnis systematische Über- und Unterbewertungen der Realoptionen durch die Verwendung der Normalverteilungsannahme ausfindig gemacht werden. Die Richtung und die Relevanz der Bewertungsverzerrungen hängt im Wesentlichen von dem Ausmaß der Fat Tails, der Moneyness der Option und der Volatilität des Underlyings ab. Zudem wird die Bedeutung der auch empirisch nachweisbaren Fat Tails durch die Restlaufzeit der Option beeinflusst. Bei langen Restlaufzeiten und im Zeitablauf unabhängig verteilten Renditen verlieren die Optionswertverzerrungen an Relevanz, da sich die Gesamtrenditeverteilung einer Normalverteilung annähert....

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